Unter den Blinden ist der Einäugige vielleicht König, doch unter den Riesen heißt der „Big Show“. Der Wrestler ist beeindruckende 2,13 Meter groß und wiegt über 200 Kilogramm – selbst unter seinen WWE-Kollegen gilt er damit als absoluter Kampfkoloss. Ein Pfund von solchen Schinkenfäusten möchte sicher niemand zu schmecken bekommen. Ein gewisser Robert Sawyer könnte davon ein Liedchen pfeifen, hätte ihm der Titan nicht den Kiefer so  dermaßen zerstäubt. Mit nur einem Punch!

1998, im Marriott Hotel in New York, an der Bar: Paul Donald Wight Jr., damals noch bekannt als „The Giant“ und danach eben „Big Show“, feierte an diesem Abend mit Fans, nachdem er kurz zuvor ein Match bestritten hatte. Doch dann tauchte Robert Sawyer auf und begann, den Wrestling-Superstar zu bepöbeln. Der versuchte vergeblich, die Lage zu deeskalieren, während ihn Sawyer nicht nur mit Gesten beleidigte, sondern ihn auch als „Schwächling!“ beschimpfte, der „gefälligst zu einer anderen Federation wechseln soll“, wie es ein Zeuge beschreibt.

„Big Show“ wollte den Mann beruhigen, bat den 40-Jährigen nach eigener Aussage mehrfach höflich, diese Anfeindungen zu unterlassen. Vergeblich. Sawyer wurde handgreiflich, versuchte den Koloss zu schubsen – ein schwerwiegender Fehler. Für diesen servierte ihm „Big Show“ die Rechnung in Form eines einzigen Schwingers, der seinem Gegner den Kiefer zertrümmerte. „Big Show“ musste sich vor Gericht verantworten, wurde jedoch freigesprochen – der Vorsitzende entschied auf Notwehr.