Unterhaltsamer Fehler bei Johnny Depps Prozess: Anwalt erhebt Einspruch gegen eigenen Zeugen – Während dem aufsehenerregenden Prozess zwischen dem Hollywood-Star Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard kam es zu einer Situation, bei der Heards Anwalt einen weiteren seiner zahlreichen Einsprüche erhob. An sich nichts Ungewöhnliches, wäre da nicht die Tatsache, dass der Jurist den Einspruch bei einem seiner eigenen Zeugen äußerte.

Bei der Verhandlung zwischen Depp und Heard geht es um einen Streitwert von 50 Millionen US-Dollar – diese Summe fordert der Hollywood-Titan als Schadenersatz von Heard. Ihre Aussagen in einem Artikel in der „Washington Post“ im Jahre 2018, Depp habe sie in der Ehe sowohl körperlich als auch emotional misshandelt, hatten Depps Karriere schweren Schaden zugefügt. Im Verlauf dieser Verhandlung offenbarte der Schauspieler, dass er hingegen selbst Opfer häuslicher Gewalt sei und gewährte dazu Einblicke in seine Vergangenheit.

Dabei betonte Depp, dass er Heard im Laufe der Ehe zwar oft angeschrien und sich vulgär ausgedrückt, aber sie niemals körperlich misshandelt habe. Auf die Frage seiner Anwältin Camille Vasquez hin „Was haben Sie geantwortet, als Frau Heard meinte: 'Sag der Welt, Johnny, sag ihnen, dass auch ich, Johnny Depp, ein Mann, ein Opfer häuslicher Gewalt bin?'“, antwortete Depp mit „Ja, das bin ich.“

Während der Verhandlung wurden auch hitzige Kurznachrichten zwischen den beiden einstigen Ehepartnern auf den Tisch gebracht. Ebenso wie eine Unterhaltung zwischen Johnny Depp und dem Schauspieler Paul Bettany, in welcher davon die Rede war, Heard zu „verbrennen“.

Diese Äußerungen stellte Depp vor Gericht klar:

„Es ist wichtig, zu wissen, dass nichts davon jemals real sein sollte, und die verwendete Sprache, für die ich mich schäme, sollte mit Vorsicht genossen werden. Der Text, in dem es um die Verbrennung von Frau Heard geht, stammt zum Beispiel direkt aus einem Sketch von Monty Python, in dem es um die Verbrennung von Hexen und das anschließende Ertränken der Hexen geht. Das ist ein Film, den wir alle mit 10 Jahren gesehen haben, es ist einfach respektloser und abstrakter Humor.“

Sämtliche mit der Kamera begleiteten Verhandlungstage offenbarten vor allem eines: Der Anwalt von Amber Heard, Ben Rottenborn, erhebt oft Einspruch. Oft genug, dass es davon eine minutenlange Kompilation gibt, welche ihr als Video im Anschluss unter diesem Artikel findet. Konstant unterbricht Rottenborn Depp bei Aussagen zu gestellten Fragen – ein Verhalten, das in den sozialen Medien für Millionen Klicks und Unterhaltungswert gesorgt hat.

So auch, als der Hausverwalter Ben King, in den Zeugenstand trat – Rottenborns Zeuge:

King war gerade dabei, eine Frage nach einer Verletzung von Johnny Depp Daumen zu beantworten, als Heards Anwalt Rottenborn dem eigenen Zeugen mit den mittlerweile zum Meme gewordenen Worten „Objekction, hearsay!“, zu Deutsch „Einspruch, Hörensagen!“, ins Wort fiel. Der Einspruch rief bei der Anwältin Depps und dem Hollywood-Star ein kaum verhohlenes Kichern hervor. Das Gericht fügte hinzu: „Warten Sie mal, Sie haben doch selbst die Frage gestellt.“

Die Tendenz des Verteidigers, mit Einsprüchen nur so um sich zu werfen, führte sogar dazu, dass Depp bei einer früheren Frage an einem anderen Prozesstag sich selbst vorauseilend Einspruch gab: Während der Schauspieler über einen Koch berichtete, der Heards Lieblingsessen zubereitete, bremste er sich plötzlich mit den Worten „Aber das ist wohl Hörensagen, schätze ich.“ Daraufhin das Gericht: „Ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt der Wahrheit entspricht.“ Depps Anwältin war zu hören: „Er hat es kapiert …“

Der Star daraufhin schmunzelnd: „Ich lerne.“

Quelle: ladbible.com