Nicht immer ist das, was ihr in Filmen seht, auch das, was ihr dabei hört. Dass ihr aber dennoch glaubt, dort tatsächlich dem Getrappel eines Pferdes zu lauschen, und nicht dem Klang zweier Kokosnussschalen, ist den Geräuschemachern zu verdanken, die hinter den Kulissen als unbesungene Helden ihren Dienst tun. Dabei ist der Anteil von Sound-Profis an einem Film nicht geringer zu bewerten als jener, den die Leute an der Kamera leisten. Denn was unser Ohr wahrnimmt, trägt maßgeblich zur Stimmung bei. Und das beschränkt sich eben nicht bloß auf die Musik.

Aber warum gibt es überhaupt Geräuschemacher, wenn man doch einfach das echte Geräusch beim Drehen mit aufnehmen könnte? Das hat üblicherweise entweder technische oder künstlerische Gründe, wenn zum Beispiel Geräusche im Originalton nicht vorhanden waren, um den Dialog nicht zu stören. Bei Animationsfilmen muss indes gleich die gesamte Klangkulisse in Handarbeit erzeugt werden. Außerdem fällt auch das Verstärken von Originalgeräuschen in das Portfolio der Geräuschemacher.

Wie werden Film-Geräusche gemacht?

Im englischen ist die Rede vom sogenannten Foley Artist, ein Begriff, der sich vom Soundeditor Jack Foley ableitet, der überdies auch dem typischen Aufnahmeraum, dem Foley-Studio, seinen Namen gab. Im folgenden Video lernen wir mit Alyson Moore, Chris Moriana und Mary Jo Lang von den Warner Studios gleich drei dieser Foley Artists kennen und erfahren dabei nicht nur etwas über die Geschichte des Berufsstandes, sondern auch, wie viel Kreativität nötig ist, um einem Film in der Nachbearbeitung natürlich klingen zu lassen.

Entgegen unseren einleitenden Worten ist es mit ein paar Kokosnüssen nämlich nicht getan. Um die Geräusche von Pferdehufen auf Schnee zu simulieren, benutzt Alyson zum Beispiel zwei Saugglocken mit Stoff und Klebeband. Für die Schritte eines Menschen auf Schnee kommt indes gängiger Spielsand zum Einsatz, während Chris den typischen Crunch mit einem Tritt auf einem Sack Maisstärke hinzufügt.

Kein Wunder also, dass der Arbeitsplatz eines Foley Artists anmutet wie eine Mischung aus Trödelmarkt, Sinnespark und hochmodernem Soundstudio. Aber seht am besten selbst.