Es ist ja nicht so, dass es keine Armada an genialen Filmen zum Geistertag gäbe, an dem Pumpkinhead an die Türe klopft und draußen Schreie nach Süßem oder Saurem erschallen. Doch wer sich an Halloween mal non-digital so richtig den Horror geben will, für den stehen zum Glück auch etliche andere Schätzchen Gewehr bei Fuß.

Es soll ja noch Menschen geben, die sich auch heutzutage von tollen Geschichten auf Papier abholen lassen. Wir wollen uns aber nicht mit der Vielzahl guter Romane beschäftigen, sondern mit Horrorstories der gezeichneten Art. Es gibt nämlich einige Schätzchen unter den Graphic Novels, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Wir haben uns für euch durch die fantastischen Gruselwelten diverser Comics geschlagen und verraten euch, was die ganz besonderen Werke sind, mit denen man seinen Halloween-Abend passend verdüstern kann.

Auf der Mattscheibe und natürlich auch in den Kinosälen haben Vampire mit Filmen wie „Dracula“, „Interview mit einem Vampir“, „Blade“ oder „Underworld“ die Faszination für böse Blutsauger entfesselt. Auch in diversen Romanen ist das Thema seit Dekaden sehr beliebt. Etwas unter gehen dabei die Vampirgeschichten der Graphic Novels, denn es gibt so viele fesselnde Erzählungen. Die Comics um die weltberühmte Vampirjägerin Buffy sind wohl sicher die bekanntesten, aber nicht die Einzigen im Comic-Portfolio.

Zum Beispiel haben sich einige Bildgeschichten rund um die Gattung der Blutsauger und deren Bekämpfer bei Panini Comics festgebissen. Als Beispiel wären da „School Bites“, „Bite Club“, „True Blood“, „Vampire Princess“, „Vampirella“ und „Ich, der Vampir“ zu nennen. Zwei komplett andersartige Vampir-Titel sind hingegen „American Vampire“ und „Turf“. Zwei Graphic Novels, die skurrile Szenerien bieten, aber mit keineswegs weniger unterhaltsamen Plots für Aufsehen sorgen. Ebenfalls sehr lesenswert: „Nosferatu 2: Para Bellum“ vom Splitter Verlag, in dem es um die Wiederauferstehung des Nosferatu geht – der lange Zeit als verschwunden galt und nun in der Neuzeit in einer ihm feindlich gesonnenen Welt bestehen muss. Nicht zu vergessen ist die Vorlage zur Filmadaption „30 Days of Night“, erschienen im Cross Cult Verlag.

Bei eben jenem Verlag ist auch die allseits gefeierte Comicreihe „The Walking Dead“ erschienen, womit wir zu den Comics mit Zombie-Hintergund kommen. Passend zum Zombie-Hype reihen sich neben „The Walking Dead“ Bände wie „Stolz und Vorurteil und Zombies“ oder Max Brooks „Zombie Survival Guide“ in Bildgeschichtenform ein. Ein echter Geheimtipp ist jedoch „Als die Zombies die Welt auffraßen“! Dieses Werk zeigt, das Zombie-Comics auch herrlich humorvoll sein oder zum Nachdenken anregen können. Es ist eine Parodie des Zombiegenres als auch der Gesellschaft: Die Geschichte spielt im Los Angeles des Jahres 2064, in dem alles auf Links gedreht wird. Die Untoten, die diese Stadt bevölkern, sind nicht darauf aus, die Innereien der Lebenden zu verspeisen oder ihre Körperteile auszureißen und zu verputzen. Nein, sie wollen nur ihre Lieblingssoap im TV ansehen und ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit. Der wahre Unruhestifter ist hier der Mensch.

Wer es dann wieder ernster möchte, sollte sich die Bände von Olivier Peru ansehen, die unter dem Titel „Zombies“ beim Splitter Verlag zu finden sind. Diese Comics sind kein schnöder Abklatsch diverser Zombie-Genreführer, sondern ein hochamüsantes, überraschendes und erstklassig gezeichnetes Horrorabenteuer mit einer kompromisslosen Geschichte und unendlich viel schwarzem Humor.

Nach Vampiren und Zombies haben wir den Weg in abgedrehte Horrorwelten gefunden. Hier geben sich heiße Damen, Wahnsinn, bis der Schädel platzt, und Blut, soweit das Auge reicht, die Klinke in die Hand. Gruselige Neuinterpretationen bekannter Märchen sind in diesem Kontext zum Beispiel eine dolle Sache. Vor allem dann, wenn aus Kindergeschichten, blutrünstige Abenteuer für Erwachsene werden. „Grimm Fairy Tales: Mythen & Legenden“ sowie „Wonderland“ gehören beide dieser Fraktion an, die blutig-morbide Märchenschocker für ein erwachsenes Publikum bieten. Mit reichlich blutbespritztem Charme lockt bei diesen Comicreihen überaus unterhaltsamer Stoff für Märchen- und für Horrorfans!

Wer auf noch härteres Material steht, sollte sich „Hack/Slash“ zu Gemüte führen. Die Geschichten um das nicht zimperliche Slasher-Duo Cassie und Vlad beinhalten reichlich blutige Action, Satire und unterhaltsame Popkulturzitate auf bekanntenFilme sowie Comics. Jeder, der in dieser zugegebenermaßen abgedrehten Welt ankommt, wird einen wunderschön illustrierten, amüsanten aber auch knüppelharten Comic erleben.

Das ist nur ein Bruchteil der wirklich guten Comics, die prächtig zu Halloween passen. Nachfolgend noch eine kurze Auflistung weiterer wirklich herausstechender Horrorcomics:

  • The Dark Horse Book of the Dead (Dark Horse)
  • Das Schloss der stummen Schreie (Ehapa Comic Collection)
  • Harvest (Image Comics)
  • Crossed (Panini Comics)
  • Ferals (Panini Comics)
  • Echoes (Top Cow)
  • Severed (Image Comics)
  • Uzumaki (Weekly Big Comic Spirits)