Fehlendes Jugendschutzsystem: Verbot gegen Pornoportale – In Deutschland dürfen Pornoanbieter, die kein Jugendschutzsystem nach deutschen Standards implementiert haben, keine Inhalte veröffentlichen. Das gilt auch für Pornoportale mit Sitz im europäischen Ausland. Auch diese können von deutschen Jugendschützern reguliert werden.

Nun hat das Oberverwaltungsgericht in Münster ein weitreichendes Urteil gesprochen. Zuvor hatten zwei Pornoportale aus Zypern gegen ein Verbreitungsverbot ihrer pornografischen Internetangebote hierzulande geklagt. Eben jene Klage wurde nun vom Gericht abgewiesen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, habe man im Eilverfahren die Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Düsseldorf bestätigt.

Pornhub, YouPorn sowie Mydirtyhobby betroffen

Somit hat man der Landesanstalt für Medien NRW Recht zugesprochen, die gegen die zypriotischen Gesellschaften vorging, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu wahren. Hierbei ging es explizit um die drei Plattformen „Pornhub“, „YouPorn“ sowie „Mydirtyhobby“. Allen drei Portalen wurde nun die Verbreitung ihrer Inhalte in Deutschland untersagt, solange sie kein zulässiges Jugendschutzsystem vorzuweisen haben, das deren Inhalte nur an Erwachsene zugänglich macht.

Dieser Rechtsstreit ist aber nicht neu, so dauert dieser bereits seit mehreren Jahren an: Einige große Pornoportale mit Sitz in Zypern weigern sich, einen Jugendschutz nach deutschen Standards vor ihren Inhalten vorzuschalten. Im Detail geht es den deutschen Medienaufsehern um eine wirksame Altersverifikation.

Sperrung bei den deutschen Zugangsprovidern droht

Sollten sich die Pornoportale weiterhin weigern, ein adäquates Jugendschutzsystem zu installieren, droht sogar eine Sperrung bei den deutschen Zugangsprovidern durch die Behörden. Zuletzt sperrte die Landesmedienanstalt NRW das Portal „xHamster“. Allerdings brachte der Anbieter durch Nutzung einer anderen Domain die Seite wieder an den Start und umging so die Sperre bei deutschen Providern.

Quelle: spiegel.de