Der beliebteste Dampfhammer der Welt ist vergangene Woche 85 Jahre alt geworden. Bud Spencer ist eine Institution im Filmgeschäft und insbesondere seine Streifen der 70er und 80er genießen Kultstatus. Ob alleine oder mit seinem kongenialen Partner Terence Hill, hat Bud, mit gebürtigen Namen Carlo Pedersoli, bei seinen Fans einen Stein im Brett. Immer sympathisch und mit einem unglaublichen Charisma gesegnet, vermöbelte er alles, was ihm vor seine Faust rannte.

Doch privat ist Bud Spencer eine ganz andere Person – ruhig, besonnen und literarisch interessiert. Ein echter Bücherwurm, möchte man sagen. Seine Autobiografie ist wohlbekannt, doch ganz neu im Regal steht sein beeindruckendes Werk „Ich esse, also bin ich“. Ein Buch über das Kochen und die Philosophie, angereichert mit einigen persönlichen Anekdoten. Genau das Richtige für Fans, die Buds andere Seite kennenlernen wollen.

„Ich esse, also bin ich“ ist ein wirklich spezielles Buch geworden. Vor allem der philosophische Part ist jetzt nicht jedermanns Sache. Auf der anderen Seite soll es eben keine Rohkost sein, die Bud hier anbietet. Vielmehr ist es echte italienische Hausmannskost, die satt macht. Sein Menü besteht aus zwölf Kapiteln auf insgesamt 261 Seiten. Dabei findet er eine gesunde Mischung aus Humor zum Mitlachen, genügend Material zum Nachkochen seiner Gerichte sowie allerhand Zeilen zum Mitdenken. Spätestens dann, wenn Philosophen wie Sokrates, Konfuzius oder Platon auf der Bildfläche auftauchen. Aber keine Angst, alles ist durchweg heiter geschrieben und nicht verquer, sodass man sich als Philosophie-Laie nicht dauernd an verschlossenen Türen die Rübe einhaut. In diesem Werk steht in erster Linie Bud Spencers größte Leidenschaft neben dem Faustsport, das Essen, im Vordergrund!

Er wird von seinem Arzt zu einer Diät verdonnert. Wie bitte? Das geht nicht gut, woraufhin Bud prompt in ein Delirium stürzt, wo er auf zwölf große Philosophen trifft, die sich als Halluzinationen entpuppen. Das ist jedoch nicht schlimm, kann er mit ihnen herrlich über das Thema Leben sowie Essen diskutieren. Dazu schwingt er den Kochlöffel und stellt seine Philosophie des Essens vor mit der These: „Ich esse, also bin ich“. Seine Argumente sind zwölf köstliche Leibspeisen von Pasta, Fischgerichten bis hin zu typisch neapolitanischem Essen.

Man muss Bud Spencer zu diesem außergewöhnlichen Buch gratulieren, das sich irgendwo zwischen Roman, Biografie sowie Kochbuch einpendelt oder auch irgendwie nicht. Wer seine Autobiografie kennt und dessen Schreibstil mag, wird auch hier Buds locker-herzliche Art lieben. Es ist zudem ein sehr informatives Buch mit kleinen Geschichtchen, intellektuellen Denkanstößen und leckeren Rezepten, zu denen auch immer die Zutaten aufgelistet werden. Ein besonderes Highlight sind die beiden Bildstrecken mit tollen Fotos sowie Anekdoten. Ein Buch für Fans, die sich dieses Ma(h)l nicht von Buds Dampfhammer fesseln lassen wollen, sondern von seinen Worten!

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BUD SPENCER: ICH ESSE, ALSO BIN ICH
Mangio ergo sum – Meine Philosophie des Essens
Mit Lorenzo De Luca | Übersetzt von Marion Oechsler
ISBN 978-3-86265-432-1 | Originalausgabe | 19,95 EUR
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2014
Fotos: ® Guiseppe Pedersoli