Seit 2005 hat uns die Xbox 360 durch schöne Spielezeiten begleitet. Männer erinnern sich an großartige Onlineschlachten bei Call of Duty oder spannende Derbys bei FIFA. Bald kann mit diesen Titeln auch in die nächste Gaming-Generation gestartet werden. Vorige Woche kündigte Microsoft die neue Xbox namens Xbox One an. Mit dem All-in-One-Entertainmentsystem möchte Microsoft die Wohnzimmer-Führung an sich reißen.

Xbox, on

Faul auf dem Sofa liegend das Fernsehprogramm umschalten, ohne nach der Fernbedienung suchen zu müssen, die wahrscheinlich wieder in die Sofaritze gerutscht ist: Das ist der Traum vieler Männer. Der geht demnächst in Erfüllung. Mit der neuen Xbox One und Kinect 2.0 ist die Sprachnavigation durchs Interface noch ein Stück erwachsener geworden und bindet sogar das TV-Programm ein. Die Xbox One funktioniert dabei wie eine verkappte Set-Top-Box mit Videoaufnahme-Funktion (DVR).

Mithilfe des 8-Kern-Prozessors und dem 8 GB Arbeitsspeicher kann nahtlos zwischen verschiedenen Anwendungen gewechselt werden. Per Sprachsteuerung kann die Freundin angerufen werden, die einem dann auch gleich die nächste Bierdose aus der Küche bringt. Technik, die begeistert!

Faule Männer dürfen sich auch darüber freuen, dass sich Spiele nun direkt von der 500 GB großen Festplatte aus starten lassen. Dies erfordert allerdings eine Installation der auf Blu-Ray gebannten Software. Grund zum Unmut bietet allerdings die Bindung eines Spiels an den bestehenden Xbox-Live-Account. Dem Kumpel mal eben FIFA ausleihen, weil er die Champions League nachspielen möchte, geht also nicht mehr ohne weiteres, ebenso wenig der Kauf von gebrauchten Games. Microsoft spricht derweil davon, eine Gebühr für solche Fälle einzuführen. Wie viel die Aktivierung eines Gebrauchtspiels kosten wird, wurde aber noch nicht verraten.

Neben den üblichen Kandidaten wie Call of Duty und den EA-Sports-Spielen bietet die Xbox One auch neue Exklusivtitel. Darunter fällt das neue Projekt der Finnen von Remedy (u.a. Max Payne, Alan Wake) namens Quantum Break, das TV-Serie und Videospiel miteinander verschmelzen lässt. Weitere Titel möchte Microsoft auf der diesjährigen E3 (11. – 13. Juni) ankündigen. 

Xbox, go home

Neben der Accountbindung möchte Microsoft Gerüchten zufolge auch in die Privatsphäre der Nutzer eindringen. So ist die Xbox One nur mit Kinect lauffähig und nimmt auch im Standby-Modus die Umgebung per Mikrofon wahr. Der nächste Besuch auf YouPorn sollte also nicht mehr ganz so unauffällig vonstattengehen wie bisher. Möglichen Nutzern stößt dieses Verhalten seitens Microsoft natürlich extrem sauer auf und wehren sich vehement gegen die angekündigten – nennen wir sie ruhig mal – Funktionen.

Ein großes Geheimnis ist auch noch der Preis der Maschine. Im Internet kuriseren Preise zwischen 499 und 699 Euro, Amazon.de listet das Gerät momentan für 599 Euro. Gut möglich, dass Microsoft auch den Preis der Konsole auf der E3-Pressekonferenz nennen wird. 

Die neue Xbox könnte ein Hit oder auch ein Miss werden. Bei den Gamern und Datenschützern hat sich Microsoft mit der Ankündigung zumindest nicht viele Freunde gemacht, hatten diese doch mehr Spiele und weniger Spionage erwartet. Die E3 sowie der Preispunkt werden entscheiden, ob Sony oder Microsoft das Rennen um die Next-Gen-Krone macht. Vielleicht kommt aber Nintendo noch um die Ecke und reißt das Wii-U-Ruder herum? Die E3 kann nicht früh genug kommen.