Laut aktuellen Studien führt der übermäßige Konsum von Pornografie zu Erektionsproblemen, frühzeitiger Ejakulation beim Sex mit echten Partnern und zu Versagensängsten. Das hören wir natürlich nicht gerne und freuen uns deshalb ganz besonders, von einem VR-Porno-Projekt berichten zu können, welches Männern helfen soll, in der Kiste wieder fit zu werden. Feuer mit Feuer bekämpfen quasi. Und jetzt echt mal: VR-Pornos zu therapeutischen Zwecken?! Da sind wir ja so was von dabei … also, wenn wir es nötig hätten, versteht sich … *hüstel*.

Die Produktionsfirma dahinter hört auf den Namen „BaDoinkVR“. Deren Plan sieht vor, dass ein Pornostar quasi als eine Art Sexualtherapeutin fungiert, indem sie den User in sogenannten Virtual-Sexology-Filmen beim Akt durch eine Reihe von Übungen führt, und dabei zum Beispiel korrekte Atem- und Verzögerungstechniken lehrt.

Klingt irgendwie zu schön, um wahr zu sein, und ist es laut eines Züricher Sexualwissenschaftlers auch. Werner Huwiller hält nämlich nicht besonders viel von der Idee und gibt zu bedenken:
„Ich gehe nicht davon aus, dass diese Filme eine Verbesserung für Männer bringen werden. Das Problem von Pornografie ist, dass keine eigenen Fantasien entstehen, daran ändert auch die virtuelle Realität nichts. Es fehlt die Wahrnehmung und Verbindung zum eigenen Körper.

Während der Experte darauf verweist, dass sich eine echte Therapie des Körpers eines Patienten in Verbindung mit dessen Fantasien und Gedanken annimmt, glaubt Ehe- und Familientherapeut Hernando Chaves, der an den Drehbüchern für die Virtual-Sexology-Filme mitgewirkt hat, fest an deren Potenzial. Immerhin fühle sich Pornografie in der virtuellen Realität echter an als am Monitor.

Erst recht, wenn man noch den eigens für das Projekt entwickelten „Teledildonic“ verwendet: ein Gerät, das über den Penis gestülpt wird und die Bewegungen und Vibrationen aus dem virtuellen Geschehen auf unser bestes Stück überträgt. Chaves zufolge hilft dies dabei, sich im realen Sexleben geübter und selbstbewusster zu fühlen.

Huwiler kontert:
Wir Menschen funktionieren nicht so. Es hat vieles mit der Körperwahrnehmung zu tun und nicht nur mit dem, was ich betrachte. Egal wie realistisch die Darstellungen sind, es wird nicht funktionieren. Auch nicht verbunden mit Vibratoren oder Ähnlichem. (…) Sexualität ist ein sehr komplexes Thema. Das heißt aber nicht, dass es als neue Spielart nicht interessant sein kann. Ich glaube einfach nicht an den therapeutischen Effekt.

Quelle: 20min.ch