Was kann ein einzelner Mann mit einem Einplatinen-Minicomputer und etwas Keramik anstellen? Jede Menge Nostalgie! Dass Nintendo ein Mini-NES plant/verkauft, war ja schon länger bekannt. Dass es eine Konsole gibt, deren Kultstatus den des NES noch bei weitem überflügelt, ist eine Tatsache: das SNES. Von dem gibt es leider zum Zeitpunkt dieses Textes (noch) keine Mini-Version. „Schade!“, dachte sich ein findiger Bastler, der unter dem YouTube Account „lyberty 5“ firmiert. Und baute sich sein eigenes Mini SNES – aus Ton und einem Einplatinen-Rechner.

Genauer gesagt verwendete er einen „Raspberry Pi Zero“ für sein Projekt. Da der bei der Emulation besonders rechenaufwendiger SNES-Titel ordentlich ins Schwitzen kommt und ziemlich heiß wird, musste eben ein Gehäuse aus Keramik her. Im Video sehen wir, wie lyberty 5 sein kleines Kunstwerk liebevoll fertigstellt: eine Hartplastikbasis mit dem Dremel ausgeschnitten, den Raspberry auf das Fundament gesetzt.

Damit das Ganze auch mit einem Controller steuerbar wird, muss ein USB-Hub her, den der Tüftler verlötet und am Ende das Kleinod gegen Ausbrechen beanspruchter Teile mit Epoxidharz härtet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein voll funktionsfähiges SNES im Mikro-Format, auf dessen Emulator-Software nahezu alle Spiele außer den letzten Titeln aus dem Lebenszyklus der betagten Konsole laufen. Denn diese brauchten damals Spezialchips, die in den Spielmodulen verbaut waren. Dennoch: Ein gelungenes Projekt, das einmal mehr zeigt, was man(n) mit Geduld, Geschick und Erfindungsreichtum für tolle Sachen basteln kann!