Wir leben in echt schrägen Zeiten. Man muss sich nur mal vorstellen, dass wir ein Wort kreiert haben, welches Menschen beschreibt, die unentwegt auf ihr Handy starren. Und nicht nur das: Das Ganze ist offensichtlich so dermaßen normal geworden, dass nun auch die städtische Infrastruktur dem Problem Rechnung trägt.

Kein Scheiß: In Augsburg testet man derzeit tatsächlich spezielle Bodenampeln für Leute, die beim Gehen unentwegt auf ihr Smartphone starren und damit sich und andere gefährden. In den Fußwegen eingelassene LED-Lichtleisten sollen die sogenannten „Smombies“ an neuralgischen Orten warnen, wenn sich zum Beispiel Straßenbahnen nähern. Damit reagiert man auf die stetig wachsende Zahl an Unfällen, die durch Unachtsamkeit von Smartphone-Nutzern verursacht werden.

Einer aktuellen Studie der DEKRA zufolge nutzt jeder sechste Fußgänger unterwegs ein Smartphone zum Nachrichten schreiben, telefonieren oder Musik hören. Bei der Generation unter 35 Jahren gilt das sogar für jeden Vierten.

Die Verantwortlichen betonen allerdings, dass die Lichtleisten nicht ausschließlich für Handynutzer gedacht sei, sondern auch als zusätzliche Warnung für all jene, die auch so gerne mal eine rote Fußgängerampel ignorieren.

Die Idee zu dem Projekt stammt übrigens aus Deutschland. Genauer aus Köln, wo es bereits seit etwa einem Jahr Bodenlichter an drei Haltestellen gibt. Die Kölner Verkehrsbetriebe wollen im Rahmen des Testbetriebes feststellen, ob so etwas wie ein Gewöhnungseffekt eintritt. Sollte dem so sein, werden weitere Übergänge mit dem System ausgestattet.