Die Welt ist schlecht. Und deswegen sind die bösen Menschen den guten meist einen Schritt voraus. Immerhin muss ein Verbrechen erst begangen werden, bevor es gesühnt werden kann. Der Polizei passt dieser Zustand jedoch nicht, weswegen sogenannte 'Crime Maps' erstellt werden, um an bestimmten Tagen und Orten die Polizeipräsenz gezielt zu erhöhen. Doch auch dieses System basiert lediglich auf den Auswertungen bereits verübter Straftaten. Das soll sich aber bald ändern, zumindest wenn es nach dem Forscherteam um Informatikprofessor Matthew S. Gerber von der Universität von Virginia geht.

Denn die Herrschaften kamen auf die Idee, das schier unerschöpfliche Daten-Füllhorn des Kurznachrichtendienstes Twitter zu nutzen, um Verbrechen vorherzusagen. Also untersuchte man anderthalb Millionen Tweets, die mit Ortsdaten versendet wurden. In Verbindung mit den Daten zu 60.000 begangenen Straftaten zwischen Januar und März 2013 teilte eine Software das Stadtgebiet von Chicago in ein Quadratkilometer große Zellen auf und erstellte auf Basis der von dort versendeten Tweets sogenannte 'Themencluster'.

Nun wurde nach Zusammenhängen zwischen bestimmten Begrifflichkeiten und Verbrechen gesucht, aus denen letztlich ein Stadtplan mit 'Hot Spots' hervorging, unterteilt in Kategorien wie Autodiebstahl oder Einbruch. Es zeigte sich, dass diese Karte deutlich detaillierter ausfiel, als die althergebrachten Crime Maps der Polizei.

Hinsichtlich des Datenschutzes sieht Gerber in dieser Vorgehensweise keine Probleme, da der Algorithmus keine einzelnen Nutzer identifiziere. Ob 241 Millionen Twitterer das genauso sehen, bleibt allerdings äußerst fraglich. Schöne neue Welt ...

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Quelle: FAZ