Heutzutage kaum noch zu glauben, was wir seinerzeit auf uns nehmen mussten, um als frischgebackene Teenager an Pornos heranzukommen. Sicherlich hat da jeder so seine ganz eigene Geschichte zu erzählen.

Probleme, die Kids von heute dank Internet nicht mehr haben. Sich auf youporn ein Video reinzuziehen, erfordert von Minderjährigen nicht mehr als eine Lüge per Mausklick. Ungefähr so, als hätte man uns als Steppkes damals in der Videothek Einlass gewährt, nur weil wir behaupten, achtzehn zu sein, und uns dann den Film nebst Abspielgerät auch noch umsonst überlassen.

Kein Wunder also, dass die Experten schon seit geraumer Zeit Sturm laufen und vor den damit verbundenen Gefahren für Kinder und Jugendlichen warnen. Doch auch der Ottonormal-Familienvater sollte sich fragen, ob er seinem Kind ernsthaft die Möglichkeit gönnen möchte, unkontrolliert aus den Porno-Vollen zu schöpfen.

Jugendschutzexperte Norbert Geis (74, CSU) hat sich jedenfalls entschieden und fordert effektive Filter für den Zugang zu pornographischen Inhalten im Netz. Nach britischem Vorbild soll Online-Pornographie ab Ende 2014 vorerst gänzlich blockiert werden. Daraufhin kommt der Provider daher und fragt seine User, ob er die Sperre wieder aufheben soll. Etwas barsch formuliert: Wichsen auf Antrag also.

Inwieweit sich das Wissen für die Netzanbieter auszahlt, welches sie dadurch über ihre Kunden gewinnen, sei einfach mal dahingestellt. Ist ja nicht so, als wäre der Spam-Filter nicht schon seit Jahren verklebt. Stellt euch allerdings schon mal auf arge Debatten mit eurer Holden ein, denn heimlich onlineanieren und dann behaupten, man besuche solche Seiten nicht, ist dann nicht mehr. Dennoch schützt es unsere Kinder. Und Videotheken haben für darbende Familienväter schließlich immer noch geöffnet ...

Was denken unsere Leser? Optionale Sperre ja oder nein?

Quelle: Bild