Besser spät als nie. Der Elektronikkonzern Phillips sieht seine Patentrechte verletzt und klagt gegen Nintendo. Nicht nur, dass der Videospieldinosaurier seine Wii U aus dem Handel nehmen soll, es wird auch noch Schadensersatz gefordert.

Seltsam ist, dass es sich dabei um Patente aus den Jahren 2001 und 2009 handelt, die sich auf die Bewegungssteuerung beziehen, welche auch in der Wii seinerzeit Anwendung fanden. Hat denn bei Phillips damals keiner gemerkt, dass eine solche Konsole auf den Markt war? Es ist ja nicht so, als wäre die Markteinführung der ersten Konsole mit Gestensteuerung leise vonstattengegangen. Erst 2011 nahm man diesbezüglich Kontakt auf. Und nun, drei Jahre später die Klage. „Langsam“ ist nun nicht unbedingt ein Wort, mit dem sich ein Elektronikkonzern schmücken sollte, aber sei es drum.

Konkret geht es um das Schutzrecht auf ein „Virtual body control device“, welches eine Technik beschreibt, um Figuren in virtuellen Umgebungen mittels Köpergesten zu steuern. Das zweite Patent, „User interface system based on pointing device“, bezieht sich auf eine per Kamera erfasste Gestensteuerung mit einem mobilen Eingabegerät.

Immerhin: Sollte der niederländische Konzern Recht bekommen, können die Händler endlich mal wieder in den Wii-U-Regalen Staub wischen, in denen die Kartons bisher wie Blei herumliegen, da sich schlicht kaum einer für die Konsole interessiert.