Unter Gitarristen und Rockfans gilt sie als ewige Legende: Gibsons „Flying V“-E-Gitarre, unverkennbar in ihrer Form und von Rockgrößen wie Jimi Hendrix benutzt. Das Aussehen dieser Axt hat auch eine niederländische Fluglinie für sich entdeckt, die gerade an einem Flugzeug-Design arbeitet. Bei gleicher Flügelspannweite soll der neue Typ Kraftstoff sparen und könnte den Flugverkehr revolutionieren.

Denn tatsächlich ist die Maschine einige Meter hinter der Nase „gespalten“ und verbreitert sich zu einem „V“. 314 Personen sollen trotzdem in dem Quasi-Doppelrumpf Platz finden. Ersonnen hat das Ganze ein Mann namens Justus Benad, seinerzeit noch als Student der technischen Uni Berlin. Forscher der TU Delft in den Niederlanden nahmen sich des Ganzen an.

Das Design platziert die Passagiere zusammen mit den Kraftstofftanks und der Fracht vollständig in den Flügeln der Maschine – die dadurch laut Aussagen der Fluglinie KLM 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen wird als der Airbus A350-900, obwohl beide Maschinen eine ähnliche Anzahl Personen befördern. Projektleiter Roelof Vos spricht von einem „Meilenstein“ größerer Effizienz und Nachhaltigkeit. Insbesondere, weil der Flugverkehr 2,5 Prozent der globalen CO2-Emissionen ausmache.

Gegenüber CNN sagte Vos:

„Die Branche wächst immer noch, daher müssen wir uns mit nachhaltigeren Flugzeugen befassen. Wir können nicht einfach die gesamte Flotte elektrifizieren, da E-Flugzeuge viel zu schwer werden und man damit keine Menschen über den Atlantik fliegen kann – nicht jetzt, nicht in 30 Jahren. Deshalb müssen wir Technologien entwickeln, die den Verbrauch auf eine andere Weise reduzieren. Wir fliegen diese Rohr- und Flügelflugzeuge seit Jahrzehnten, aber es scheint, dass diese Konfiguration in Sachen Energieeffizienz ihr Plateau erreicht.“

Die „Flying V“ von KLM realisiere Synergien zwischen dem Rumpf und dem Flügel, betont Vos. Der Rumpf trage dabei aktiv zum Auftrieb des Flugzeugs bei und erzeuge so einen geringeren Luftwiderstand.

Ein weiteres Plus: Da das Design die Flügelspannweite der A350 als Grundlage nehme, müssen keine Flughäfen umgebaut werden. Im September wollen die Forscher ein erstes maßstabsgetreues Modell in die Luft bringen. Ein Nachbau des Kabinendesigns soll ab Oktober am Amsterdamer Flughafen Schiphol zu besichtigen sein.

Bis der neue Flugzeugtyp in Serie geht, vergehen noch … ein paar Jährchen – irgendwann zwischen 2040 und 2050 soll es soweit sein.

Quelle: unilad.co.uk