Es ist still geworden um die einst so heftig geführte Debatte über den Zusammenhang zwischen Handy-Strahlung und Krebs. Doch während wir uns immer unbekümmerter den mobilen Freuden widmeten, wurde im Auftrag der US-Regierung fleißig weiter der Frage nachgegangen, ob Handys uns krankmachen. Die Ergebnisse einer entsprechenden Studie an Ratten liegen nun vor.

Über zwei Jahre hinweg bestrahlte das IIT Research Institute in Chicago mehr als 2.500 Ratten und Mäuse pro Tag insgesamt neun Stunden in verschiedenen Intervallen mit Funkstrahlung. Die Frequenzen waren dabei die gleichen, die auch für das europäische GSM-Netz und das US-amerikanische CDMA-Netz verwendet werden, 900 Mhz für die Ratten und 1900 Mhz für die Mäuse.

Und wie sich zeigte, hat Mobilfunkstrahlung zumindest einen geringen Einfluss auf zwei Arten von Tumoren: Hirntumore der Art Gliom und Tumore am Herzen. Doch auch wenn der Einfluss zunächst nicht sonderlich dramatisch erscheint, warnen die Experten, dass auch ein geringer Einfluss der Mobilfunkstrahlung weitreichende Folgen für die öffentliche Gesundheit, da Mobilfunkgeräte mittlerweile weltweit von allen Altersgruppen genutzt werden.

Interessant dabei ist, dass lediglich männliche Tiere davon betroffen waren. Weibliche Ratten wiesen lediglich eine leicht geringere Geburtenrate auf.

Aus Sicht der US-Regierung steht damit unterm Strich, dass der Großteil der wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen gesundheitliche Risiken des Mobilfunks spricht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ordnet die Risikostufe der Mobilfunkstrahlung sogar lediglich auf einer Höhe mit eingelegtem Gemüse und Kaffee ein.

Der Toxikologe Ron Melnick, welcher bis 2009 die Untersuchung leitete, hält jedoch nach wie vor dagegen und betont: „Während einige Leute sagten, dass es kein Risiko gibt, sollte nun Schluss mit solcher Art von Aussagen sein.