Die spinnen, die Amerikaner. Natürlich soll man jedem Völkchen seine Schrullen lassen, aber in Sachen Umweltschutz zeigen sich die US-Bürger ja seit jeher recht beratungsresistent. Klar gilt diese stereotype Verallgemeinerung nicht für alle Amis, doch die Einwohner des beschaulichen Dörfchens Woodland in North Carolina schlagen dem Fass nun echt den Boden aus. Aber beginnen wir die Geschichte, wie sie das lokale Blättchen "Roanoke-Chowan News Herald" berichtet, von vorne:

Das Unternehmen Strata Solar Company hatte den Plan, am Rande des Highways 258, der durch den sonnenverwöhnten 833-Seelen-Ort führt, eine Solarfarm zu errichten. Also wurde ein entsprechender Antrag gestellt, der jedoch heftige Proteste in der Gemeinde nach sich zog.

Ähnlich wie bei den Simpsons wurde daraufhin eine öffentliche Sitzung einberufen, in der die Bürger ihre Meinung über das Bauvorhaben kundtun durften.

Bobby Mann, seines Zeichen Wortführer der Bürgerschaft, brachte die allgemeinen Bedenken auf den Punkt: Solaranlagen saugen die gesamte Sonnenenergie auf! Immerhin habe seine Frau Jane – die schließlich früher mal Naturwissenschaften unterrichtet habe (!) – Gegenden rund um Solaranlagen gesehen, in denen sämtliche Pflanzen abgestorben waren. Fotosynthese sei so nicht mehr möglich. Außerdem erzeugen Sonnenkollektoren Krebs!

Mary Hobbs, eine Dame, die seit 50 Jahren in Woodland lebt, befürchtete zudem noch einen Wertverlust der Immobilien. Man wisse doch, dass Häuser in der Nähe von Solaranlagen nichts wert seien. Bobby Mann pflichtete ihr natürlich bei, und ermahnte den Stadtrat, mit dem Bau aus Woodland eine Geisterstadt zu machen. "Ihr tötet eure Stadt. Alle jungen Leute werden wegziehen."

Natürlich hielten die Verantwortlichen der Strata Solar Company mit Fakten dagegen. Solarzellen würden nur das Sonnenlicht verwenden, das direkt auf sie fällt, und seien auch keineswegs krebserregend. Aber es half nicht. Letzten Endes stimmte der Stadtrat mit drei Stimmen gegen eine gegen den Bau der Anlage.

Und damit sind wir auch schon am Ende unserer Geschichte. Doch wer weiß, womöglich hören wir noch einmal von Woodland. Spätestens dann, wenn man dort für den Bau einer Monorail stimmt. Und Homer wird der Fahrer.