Science-Fiction-Filme gehen pessimistisch davon aus, dass uns die Maschinen irgendwann ausradieren werden. Dabei haben sie das gar nicht nötig, künstliche Intelligenzen gehen scheinbar viel perfider vor und ruinieren uns finanziell und bei unseren Nachbarn – zumindest erweckt diese kuriose Nachricht den Eindruck: Während ein Mann auf der Hamburger Reeperbahn feiern war, schaltete daheim in Pinneberg seine Home-Assistentin Alexa einfach mal die Musikanlage in der Wohnung an und drehte auf. Mitten in der Nacht. Sehr zum Leidwesen der Nachbarn.

Der Betroffene, Oliver Haberstroh, schrieb entsprechend auf der Facebook-Seite des Versandhausriesen: „Man könnte sagen, die Beziehung zwischen Alexa und mir ist kompliziert. […] Sie ist sogar eher soweit, dass wir nun leider getrennte Wege gehen müssen.“ Denn zwischen 1:50 Uhr und 3:00 Uhr morgens hatte Alexa nach Haberstrohs Angaben „[…] eigenständig, ohne Befehl und ohne über Handy gesteuert zu werden auf voller Lautstärke ihre eigene Party bei mir in der Wohnung gefeiert.

Wohnung aufgebrochen, Schlüssel bei der Polizei

Seine Nachbarn konnten mit der Feierlaune der elektronischen Assistentin wenig anfangen, sie klopften, klingelten und riefen vor Haberstrohs Wohnung – ohne Wirkung. Schließlich informierten sie die Polizei, die die Wohnungstür aufbrach. Als Haberstroh von der Party heimkam, waren Türschloss und Zylinder auf seine Rechnung ausgewechselt, er musste noch am Morgen mit dem Taxi aufs Polizeirevier fahren, auch, um sich die Schlüssel zu holen. Entsprechend kontaktierte der Mann den Kundenservice von Amazon, wurde jedoch nur gefragt, ob er eventuell sein Fenster auf Kipp gelassen und jemand Alexa ferngesteuert haben könnte.

Diese Option hielt ich für äußerst fragwürdig, da meine Wohnung sich im sechsten Stock befindet und mein Fenster auch nicht auf Kipp stand“, kommentiert Haberstroh die Reaktion Amazons gegenüber der „Welt“. Ansonsten reagiert der Mann mit Humor auf Alexas kleine Privatparty: „Ich gönne es ihr ja […]“, so Haberstroh. Amazon ließ über die Münchner PR-Agentur Lewis Communications verlautbaren: „Wir sind mit der Situation vertraut und sprechen mit dem Kunden, um den Kontext des Vorfalls zu verstehen.“ 

Quelle: welt.de