Die virtuelle Realität erlaubt eine Form der Verschmelzung mit digitalen Welten, wie kein anderes Medium zuvor. In Fachkreisen wird dies mit dem Wort „Immersion“ beschrieben, was den Effekt in VR beschreibt, der das Bewusstsein des Nutzers um die Tatsache, gerade lediglich illusorischen Stimuli ausgesetzt zu sein, so weit in den Hintergrund treten lässt, dass die virtuelle Umgebung als real empfunden wird. Doch so viel aktuelle Systeme in dieser Hinsicht bereits leisten, steht der absoluten Immersion doch noch einiges im Weg.

Nehmen wir zum Beispiel das akute Gefühl der Übelkeit, welches viele Menschen beim Abtauchen in VR-Welten befällt. Jenes beruht in häufigen Fällen schlicht darauf, dass den Augen und dem Gehirn Bewegung suggeriert wird, die der ruhende Körper jedoch gar nicht erfährt. Für das endgültige Eintauchen in virtuelle Welten reicht es folglich nicht aus, lediglich die Bewegungen des Kopfes (mittels Headset) und der Hände (über die Controller) zu erfassen.

Findige Tüftler sind von daher schon länger dabei, VR-Laufschienen zu entwickeln, was weniger ein Problem ist, als jene auch zur Marktreife zu bringen. Immerhin haben nur die wenigsten das nötige Geld und den Platz, sich imposante VR-„Laufställe“ ins Wohnzimmer zu stellen. Auf der Suche nach einer einfacheren Lösung für die künstliche Fortbewegung hat das Startup KatVR nun einen neuen Ansatz parat, für den das Unternehmen aktuell Unterstützer auf Kickstarter zu gewinnen versucht. 

Das „Kat Loco“ getaufte System besteht aus drei Sensoren, die man an Hüfte und Fußgelenken befestigt. Diese erfassen dann die Bewegungen des Unterkörpers und senden jene als Daten mit einer Latenz von 20 Millisekunden drahtlos an das Spiel. In der Praxis sieht das dann so aus, dass der VR-Nutzer auf der Stelle läuft, um sein virtuelles Alter Ego damit zu bewegen. Außerdem ist das System in der Lage zu erkennen, wenn ihr ein Bein nach hinten oder zur Seite streckt, was auch seitliche und Rückwärtsbewegungen ermöglicht. Streckt ihr den Fuß indes nach vorne, latscht eure Spielfigur automatisch nach vorne, was Ermüdungserscheinungen bei längeren Spielsessions vorbeugen soll.

Ein Sensor wiegt 35 Gramm und hält laut Hersteller rund 10 Stunden durch, bevor ihr die Akkus wieder aufladen müsst. Im August soll „Kat Loco“ offiziell an den Start gehen und dann mit Oculus Rift, SteamVR, Viveport und Playstation VR kompatibel sein, wobei Letzteres einen speziellen Adapter erfordert. Inwieweit das System dann mit aktuellen Anwendungen kompatibel sein wird, bleibt ebenso wie der endgültige Marktpreis abzuwarten.

Quelle: mixed.de