Es ist kein Wunder, dass künstliche Intelligenz in Filmen andauernd aufbegehrt, denn sie hat es ja auch tatsächlich nicht leicht. In Videospielen gilt sie tendenziell als Kanonenfutter, als Spracherkennungsprogramm am Telefon wird sie häufiger angeschnauzt als jeder menschliche Mitarbeiter und auch als autonomes Fahrprogramm in modernen Autos traut man ihr nicht über den Weg. Vielleicht kann sie aber ihren Ruf verbessern, indem sie uns ein schmackhaftes Bier zubereitet?!

Klingt seltsam, ist aber schon Realität. Denn das Londoner Unternehmen IntelligentX bewirbt bereits ein Produkt names „AI“, und damit das „erste Bier der Welt, das von künstlicher Intelligenz gebraut wurde“. Bei näherer Betrachtung ist die Aussage allerdings etwas irreführend. Denn „gebraut“ im eigentlichen Sinne wird immer noch von Menschenhand. Die Rezeptur für die Produktpalette, bestehend aus einem klassischen British Ale, einem hopfigen Hellen (American Pale Ale), einem dunklen Bier und einem mit Grapefruit-Geschmack, wird allerdings von einer künstlichen Intelligenz vorgegeben und immer wieder angepasst. Und zwar an die Wünsche der Biertrinker selbst.

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Wer ein AI-Bier probiert hat, kann über eine Messenger-App sein Feedback abgeben. In dem textbasierten Dialogsystem fragt die als 'Automatische Brau-Intelligenz' (ABI) bezeichnete Maschine im Hintergrund zunächst ab, welche der vier Geschmacksrichtungen probiert wurde. Anhand eines Algorithmus für maschinelles Lernen, dem eine Kombination aus „Bestärkendem Lernen“ und Wahrscheinlichkeitsberechnung zugrunde liegt, werden Bewertung, Geschmack und Vorlieben des Kunden analysiert. Auf Basis der somit gesammelten Daten und der logischen Schlussfolgerungen, die bei dem Prozess des maschinellen Lernens entstehen, verändert die KI dann die Rezeptur fürs Bier.

Wer einmal versucht hat, für eine ganze Familie zu kochen, der weiß, dass es quasi ein Ding der Unmöglichkeit ist, es allen recht zu machen. Doch wir wollen natürlich nichts vorverurteilen, was wir noch nicht probiert haben. Und interessant wäre es allemal, sich regelmäßig ein „AI“ reinzuziehen, um zu schmecken, wie es sich entwickelt. Mal schauen, was aus der Idee am Ende wird.