Damals, noch vor Großvaters Zeiten, begannen die Menschen, bewegte Bilder auf Leinwänden zu betrachten und waren schwer begeistert. Heute spricht man mit wehmütig davon, dass „die Bilder laufen lernten“ oder benutzt ähnliche Vergleiche. Vielleicht schreibt jemand in 100 Jahren so über dieses Video – damals, „als die Fahrzeuge endlich das Laufen lernten“ … Falls ja, so wird man die Geburtsstunde Hyundai zuschreiben.

Auf der diesjährigen Elektronik-und Gadget-Messe CES in Las Vegas stellte der koreanische Branchenriese eine neue Klasse von Automobil vor: Die „UMV“ (Ultimate Mobility Vehicle) genannte Studie könnte tatsächlich ein Fahrzeug ultimativer Beweglichkeit zur Realität werden lassen. Das „Elevate“: Ein vollelektrisches Fahrzeug, vollständig autonom und noch dazu in der Lage, sich wie eine Spinne oder ein Insekt auf vier langen Beinen zu bewegen.

Eine ganze Batterie an Kameras, Gyroskopen und Sensoren zeichnet dafür verantwortlich. Doch wem soll ein solches Gefährt nützen, so es denn einst Realität wird? Schwerreichen Millionären als Spielzeug? Mitnichten. Elevate ist vor allem als Rettungsfahrzeug für die kritischen ersten 72 Stunden nach einer Naturkatastrophe wie Erdbeben, Flutwelle, Schlamm- oder Schneelawine konzipiert, betont Hyundai-Vize John Suh.

Laufen, Klettern, Krabbengang

Momentan kommen Rettungsfahrzeuge und Feuerwehrwagen nur bis zum Rand eines Katastrophengebiets – je nach Witterung können auch Hubschrauber oder Flugzeuge nichts ausrichten. Das bedeutet: Rettungsmannschaften müssen sich auf ihre eigenen Füße oder Pferde verlassen, wenn sie durch die Stätte der Verwüstung eilen, um Menschen zu helfen. Hier könnte Elevate mit seinen an Marsdrohnen erinnernden Rädern helfen.

Die erlauben volle Beweglichkeit – auch seitwärts wie eine Krabbe oder beim Überwinden von Abgründen und Klüften. Auch mit Steilhängen oder Geröllfächern soll dieses Fahrzeug fertig werden. Fahren und Laufen – das UMV könnte beides, da die Aufhängungen einziehbar sind und sich vollautomatisch in entsprechenden Nuten verbergen lassen. Das Fahrzeug würde dabei als Basismodul geplant, das sich je nach Gebiet erweitern ließe.

So könnte es ebenso dafür geeignet sein, einzelne Rollstuhlfahrer aus einer Notlage zu bergen wie auch als Notarztwagen, der zudem vier Rettungsassistenten transportieren kann. Kommt der Wagen von der Straße ab, könnte er eigenständig aus einem Graben kriechen. Man darf gespannt sein, ob diese Studie je Serienreife erlangt. Wünschenswert wäre es.

Quelle: autogazette.de