HD ist schon seit geraumer Zeit in aller Munde. Doch hat die höhere Auflösung tatsächlich einen Mehrwert zu bieten, der eine zusätzliche Gebühr rechtfertig, oder weigern wir uns für zwei Buchstaben extra zu zahlen? Deutschland ist, was diese Frage betrifft, geteilter Meinung, wie eine Studie des Marktforschungsinstitutes TNS Infratest belegt.

Die große Bremse bei der flächendeckenden Verbreitung von HDTV sei demnach die Preisgestaltung der Satelliten- und Kabelnetzbetreiber. Denn anstatt die geringere Auflösung als Standard abzulösen, muss man für den HD-Luxus zusätzlich löhnen. Lediglich die öffentlich-rechtlichen und einige privaten Sender strahlen ihr Programm ohne zusätzliche Kosten aus, der Rest will sich diesen Dienst versilbern lassen. Wer sein Fernsehprogramm via Satellit bezieht, scheint es jedoch einfacher zu haben und ist folglich offener für High Definition. 2014 empfingen mit 55 Prozent immerhin mehr als die Hälfte der Kunden hochauflösende Inhalte. Kabelkunden sind da noch zurückhaltender. Sechs von zehn Haushalten verweigern sich dem schärferen Bild.

Dass sich moderne Fernsehgeräte trotzdem verkaufen wie warme Semmeln, liegt für acht von zehn Käufern in erster Linie an ihrer Größe. Und doch gaben immerhin noch zwei Drittel die höhere Auflösung als Kaufgrund an, während ebenso viele sich wegen der Smart-TV-Funktion für ein neues Gerät entscheiden, welche dank zunehmender Breitbandanbindung immer attraktiver wird. Trotz dieses Zusatzfeatures konnte sich das Kabelfernsehen mit 44 Prozent Marktanteil jedoch nicht gegen den Empfang per Satellit (47 Prozent) durchsetzen. Popelige 6 Prozent beziehen ihr Programm über DVB-T und somit verbleiben 1,5 Millionen Haushalte, auf welche das Fernsehen via Internet entfällt. Eine Zahl, die in den nächsten Jahren sicherlich deutlich höher ausfallen wird.