Fühlt ihr euch auch oft unverstanden? Eure Eltern denken immer noch, ihr esst euer Brot ohne Rinde, eure Freundin hat keine Ahnung wo Los Santos liegt, und generell interessiert sich kein Schwein für euch!?

Warum werft ihr euch dann nicht einfach in die weit ausgebreiteten Arme von Mutter Facebook? Denn die will wirklich wissen, wann ihr wo, wie, mit wem und vor allem warum seid.

Zumindest behauptet sie das. Die Treffsicherheit zielgerichteter Werbeeinblendungen, welche auf ermittelte Interessen der einzelnen User individuell abgestimmt sein sollen, erreicht nur bedingt Scharfschützenniveau. Nur wenige Frauen halten inne und widmen sich einem Produkt zum Aufbau von Muskelmasse, während so mancher Mann Kosmetikprodukte nur heimlich bestellt.

Damit Mama Facebook ihre Kinder in Zukunft besser auseinanderhalten kann, soll sie das Denken lernen. Mittels einer Technologie, die Deep Learning genannt wird, werden Netze von Nervenzellen simuliert, um eine künstliche Intelligenz zu ermöglichen. Diese soll nicht nur die Interessen der Nutzer bis zu 30 Prozent besser analysieren können, sondern auch in der Lage sein, Stimmungen zu erfassen und Fotos zu beurteilen.

Tja, und schon sind wir wieder in der Pubertät, wo es plötzlich gar nicht mehr als liebevoll und warmherzig empfunden wird, wenn die Alte in unseren Sache herumschnüffelt, wissen will, wo wir gestern waren und was wir heute Abend vorhaben. Fehlt nur noch, dass wir pünktlich am Rechner sein müssen, da uns sonst Taschengeldentzug droht.

Andererseits: Für so manchen von uns ist das bereits Realität. Redakteure zum Beispiel. Die nennen so was Beruf.

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