Es ist schon irgendwie traurig: Wir haben Waffen entwickelt, die Tausende von Menschen auf einen Schlag töten können, doch erst 12 Menschen war ein Spaziergang auf dem Mond vergönnt. Verfügte die Raumfahrtindustrie über ähnliche Mittel wie die der Waffenfabrikanten, sähe das vermutlich anders aus, aber lassen wir das. Es gibt ja schließlich noch andere Mittel und Wege, unseren Erdtrabanten zu erkunden. Dank der Virtual Reality Brille Oculus Rift und einem Mond-Rover zum Beispiel.

Nichts mit vorprogrammierten digitalen Welten also. Nein, wir reden hier von Live-Bildern. Geht es nach den Forschern der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, sollen demnächst Roboterfahrzeuge auf dem Mond umherfahren, die als unsere Augen vor Ort fungieren. Die Kameras an den Gefährten können per Oculus Rift mit Kopfbewegungen gesteuert werden, sodass es sich anfühlt, als wären wir tatsächlich dort. Das Entwicklerteam plant langfristig Hunderte solcher Rover auf dem Mond zu platzieren, damit möglichst vielen Menschen diese Erfahrung zugänglich gemacht werden kann. Zwar kann das Problem der Zeitverzögerung nicht umgangen werden – immerhin benötigt das Licht fast drei Sekunden vom Mond hierher – doch Teamleiter Daniel Shafrir sagt, er habe Ideen in petto, um das Erlebnis zu verbessern.

Um sich davon eines Tages selber überzeugen zu können, müssen die Forscher jedoch zunächst den Wettbewerb Google Lunar X-Prize gewinnen, an dem sie mit ihrem Projekt teilnehmen. Dazu gilt es, bis 2015 als erste ihren Rover auf dem Mond zu landen und 500 Meter weit zu bewegen. Sollte das gelingen, winken satte 30 Millionen US-Dollar Preisgeld. Als große Fans der Idee dahinter drücken wir ganz fest die Daumen!