Im Zuge einer Produktpräsentation am Dienstag zeigte Versandhaus- und Entertainmentgigant Amazon nicht nur, dass man künftig auch mit einem Fitnessarmband nebst App in neuen Sektoren mitmischen möchte. Das Unternehmen stellte auch „Astro“ vor – einen Haushaltsroboter aus eigener Fertigung, der neben einem Bildschirm über Sensoren verfügt und sich auf Rollen durch die Wohnung bewegt, wo er bestimmte Aufgaben versieht.

Amazons Gerätechef Dave Limp: „Wir glauben, dass in fünf bis zehn Jahren jeder Haushalt mindestens einen Roboter haben wird.“ „Astro“ wird Teil des Alexa-Ökosystems und soll im Laufe der Zeit mit weiteren neuen Geräten und Funktionen eingebunden werden, mit denen Amazon seinen Alexa-Haushalt ausbaut. Dank Mikrofonen und einer Teleskopkamera kann „Astro“ etwa als Kommunikations- oder Sicherheitsgerät dienen.

Amazon: Lokale Daten bleiben lokal

„Astro“ hat in etwa die Ausmaße eines kleineren Staubsaugers und kann Nutzern durch das Haus folgen. So könnte er etwa Kindern und Senioren als Begleiter und Telefonie-Assistent dienen, wie ein Produktvideo (siehe unten) demonstriert. Für diese Begleitung und Bewegungen durch die Wohnstätte zeichnen die Sensoren Navigationsdaten auf. Amazon betont, dass diese vollständig auf dem Gerät selbst verarbeitet werden.

Sie gehen demnach nicht in die Cloud – aber die komplexen Berechnungen seien notwendig, damit der Roboter Hindernisse umfahren und Gefahren wie etwa Treppen aus dem Wege gehen könne. Gerätechef Limp hat „Astro“ laut eigenen Aussagen fast ein Jahr lang daheim ausprobiert. So schaue er beispielsweise mithilfe des Geräts, ob seine Hunde zu Hause auf dem Sofa herumspringen, wenn niemand sonst daheim sei.

Anfangs nur für ausgewählte Kunden

Die Teleskopkamera erlaubt dabei eine Höhe von rund einem Meter – und kann damit auch viele Möbelstücke überblicken. „Astro“ soll anfänglich ausgewählten Nutzern für einen Betrag von etwa 1.000 US-Dollar zugänglich gemacht werden. Ob es Amazons Haushaltsroboter auch in den deutschsprachigen Raum schafft, steht noch nicht fest. Vorerst aber soll er nicht für den deutschen Markt vorgesehen sein.

Amazon präsentierte am Dienstag auch weitere Novitäten: Mit dem neuen „Echo Show“ steht ein 15-Zoll-Echo-Gerät für die Wand bereit, das dank Gesichtserkennung einzelne Hausbewohner identifizieren und diesen dann auf Wunsch ihre maßgeschneiderten oder altersgerechten Inhalte präsentieren kann. Auch ist ein smarter Klima-Thermostat für die USA im Portfolio, zudem mit „Amazon Glow“ ein System, um Kinder und ihre Verwandten zu vernetzen.

Echo-Haushalt wächst

Mit Glow werden dabei Spiele auf Oberflächen projiziert, die Kinder dann über ein System mit Kamera und Bildschirm mit Familienmitgliedern spielen können. Mit den neuen Geräten zementiert Amazon seine Vision eines über „Echo“- und „Alexa“-Systeme vollvernetzten Haushalts mit Smart Devices. Neuester Streich dabei: KI Alexa kann nun Geräusche erkennen, wenn diese ihr vorher beigebracht wurden.

So könnte das Gerät das warnende Piepen eines in der Küche offenstehenden Kühlschranks oder (wie bereits möglich) den Ton, mit dem eine Glasscheibe zerbricht, erkennen – woraufhin es eine entsprechende Nachricht an Bewohner schickt.

Quelle: chip.de