Bei Amazon lässt es sich wunderbar einkaufen. Es ist unkompliziert, schnell und meistens auch recht günstig. Für einen Kunden, der sich eigentlich nur ein Fliegengitter gekauft hat, könnte der Amazon Marketplace – bei dem Drittanbieter ihre Produkte anbieten können – aber zu einer teuren Angelegenheit werden.

Im Juni 2013 hatte der Kunde Thomas A. ein Fliegengitter für 22,51 Euro gekauft. Trotz beiliegender Anleitung wollte der Aufbau des Insektenschutzes nicht so wirklich klappen, also hinterließ er auf Amazon eine negative Kritik. „Die Lieferung erfolgte schnell. Das war das Positive. In der Anleitung steht ganz klar, man muss den Innenrahmen messen. Das ist falsch. Damit wird das Ganze zu kurz! Die Ware selbst macht einen guten, stabilen Eindruck. Der Verkäufer nie wieder!“

Da es sich bei Amazon grundsätzlich um Produktrezensionen handelt und nicht um Händlerbewertungen, forderte der Händler den Kunden auf die Bewertung zu löschen, andernfalls droht eine Anzeige. Der Kunde meldete den Verkäufer kurzerhand bei Amazon, woraufhin der Onlinehändler das Konto samt 13.000 Euro Guthaben sperrte. Nach einer Abmahnung löschte Thomas A. die Bewertung, die Anwaltskosten von 800 Euro zahlte er jedoch nicht.

Im darauffolgenden Herbst 2013 bekam der Kunde eine Schadensersatzklage von 70.000 Euro zugestellt. Als Begründung wird angegeben, dass dem Händler durch die Kontosperrung massiver finanzieller Schaden entstanden ist. Die Anwälte des Händlers geben an, dass es sich bei der Bewertung um eine falsche Tatsachenbehauptung handelt, denn die Bauanleitung sei definitiv nicht falsch gewesen.

Im Juni 2014 wird der Fall vor dem Landgericht Augsburg verhandelt. Wir sind gespannt, wer in dieser verzwickten Angelegenheit Recht bekommt.

Foto: Alexander Supertramp / Shutterstock.com |

Quelle: RTL