Zehn Mal heißer als die Sonne: Chinesischer Fusionsreaktor stellt Weltrekord auf – Sie gelten als der Heilige Gral bei Fragen der modernen Energieversorgung, um den zukünftigen Hunger der Erdbevölkerung nach Strom, Wärme und anderer Infrastruktur zu stillen: Thermonukleare Reaktoren (Tokamak), die nach dem Vorbild der in der Sonne arbeitenden Fusionsprozesse funktionieren. Ein solcher Reaktor hat chinesischen Berichten zufolge nun für 100 Sekunden eine Rekordtemperatur geliefert:

Demnach hat die Maschine, die unter dem Spitznamen „Künstliche Sonne“ firmiert, Plasma mit 120 Millionen Grad Celsius angeregt

Ganze 100 Sekunden lang soll der Experimental Advanced Superconducting Tokamak (EAST) das Plasma auf dieser Temperatur gehalten haben, bevor es für weitere 20 Sekunden noch auf 160 Millionen Grad Celsius gebracht wurde.

Der bisherige Rekord für eine solche Anlage lag bei einer Plasmatemperatur von 100 Millionen Grad Celsius über 100 Sekunden – EAST und ein Reaktor in Südkorea hatten ihn aufgestellt

Diese Bestmarke soll vom EAST des Hefei Instituts für Physik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften somit gebrochen worden sein. Der EAST, genannt „Künstliche Sonne“, stellt nur einen von gleich mehreren solcher Tokamaks dar, die gerade in verschiedenen Ländern beim Wettrennen um saubere, nachhaltige Energie erprobt werden.

Man wird sehen, welche Nation am Ende einen dauerhaft funktionierenden Thermonuklearen Reaktor vermelden kann – und wenn ja, welches das Rennen macht

Der EAST wurde erst vor sechs Monaten in Betrieb genommen (MANN.TV berichtete) – China scheint mit dem gelungenen Versuch und einer Spitzentemperatur von 160 Millionen Grad Celsius an der Seite anderer am EAST beteiligter Länder die Nase vorn zu haben – die „Künstliche Sonne“ brannte kurzzeitig mehr als zehnmal so heiß wie die Sonnenoberfläche.

Der nächste Schritt der Experten besteht darin, die Temperatur über längere Zeiträume stabil zu halten

Die „Künstliche Sonne“ stellt ein Gemeinschaftsprojekt dar, neben China sind noch die EU, Indien, Japan, Südkorea, Russland und die USA an dem Unternehmen beteiligt – laut eigenen Angaben steuert China neun Prozent des Finanzierungsbeitrages für Forschung und Entwicklung bei.

Sollten die Erfolgsmeldungen in diesem Tempo weitergehen, zeigen sich die Experten zuversichtlich, dass erfolgreiche Nuklearfusion in den nächsten 30 Jahren möglich sein könnte.

Bis 2025 will man nun daran arbeiten, eine Temperatur von 100 Millionen Grad Celsius über einen Zeitraum von 300 Sekunden halten zu können.

Quelle: unilad.co.uk