Trotz all der seltsamen Faszination, welche viele Männer der Waffentechnik gegenüber empfinden, ist und bleibt der Sinn und Zweck dahinter, am besten möglichst viele Menschen in möglichst kurzer Zeit zu töten. So haben sich die amerikanischen Ureinwohner lange Zeit im Kampf gegen die europäischen Invasoren mit Pfeil und Bogen gut behaupten können, bis schließlich das Repetiergewehr gegen sie ins Feld geführt wurde. Und als es einem gewissen Richard Gatling schließlich gelang, mehrere rotierende Läufe in einem Geschütz zu vereinen, das mit dem schlichten Drehen einer Kurbel in schneller Folge Feuern und Nachladen konnte, stieß er damit die Tür zur Ära der automatischen Waffen auf.

Die nach ihrem Erfinder benannte Gatling-Gun kommt auch heutzutage noch zum Einsatz – in diversen modernen Inkarnationen, versteht sich – und wird aufgrund ihrer hohen Feuerkraft zur Infanterieunterstützung, Flugabwehr oder als Bordbewaffnung von Land-, Luft- und Wasserfahrzeugen eingesetzt. Sicherlich hat jeder eine solche Waffe schon einmal zumindest in einem Film gesehen. Ein äußerst prominentes Beispiel ist die legendäre Szene aus „Terminator 2“, als der T-800 eine ganze Armee Polizisten vom Fenster des Cyberdyne-Gebäudes aus mit einer Gatling in Schach hält.

Kleiner Riese, großer Zwerg

Bei der dabei benutzen Waffe handelt es sich um eine sogenannte Minigun, was zunächst etwas irreführend klingen mag, wenn man bedenkt, dass es einer Kampfmaschine Schwarzenegger‘schen Formates bedarf, sie zu führen. Mit der Bezeichnung bezieht man sich aber nicht auf konventionelle Waffen, sondern auf das 20mm-Kaliber-Ursprungsmodell. Denn im Gegensatz zur ersten hydraulisch angetriebenen und elektrisch abgefeuerten sechsläufigen Gatling-Maschinenkanone aus dem Hause General Electric, der M61 Vulcan, ist die Minigun mit dem deutlich reduzierten 7,62 × 51 mm NATO Kaliber vergleichsweise handlich.

Und nun gibt es die XM556 Microgun. Halb so groß wie die von Terminator verwendete M134, verfeuert die XM556 pro Minute zerstörerische 6000 Schuss vom Kaliber 5.56mm. Das Ding ist so kompakt, dass es quasi an so ziemlich jedem Einsatzort oder Fahrzeug verwendet werden kann. Oder wie der CEO des Herstellers Empty Shell, Jeff M. Pitts, selbstbewusst verkündet: „You tell me where you want it, and we’ll put it there.“

Laut den Entwicklern ist die XM556 dem Militär und Strafverfolgungsbehörden vorbehalten. Man kann nur hoffen, dass es auch so bleibt, und diese Bestie niemals in den regulären amerikanischen Handel gelangt.