Bitterfeld-Wolfen – die größte Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, doch immer noch ein beschauliches Örtchen im Südosten des Landes Sachsen-Anhalt. Oder hat wer zuvor schon einmal von der rund 47.000-köpfigen Gemeinde gehört? Eher nicht. Und das wäre sicherlich auch bis ans Ende der Zeit so geblieben, wenn sich die Stadtverwaltung nicht jüngst mit einer äußerst kontroversen Idee hervorgetan hätte.

In Bitterfeld-Wolfen sind die Einwohner nämlich seit dem 1. März dazu angehalten, mit ihrem Smartphone Falschparker zu jagen. Dazu bedarf es lediglich der Gratis-App namens „Wegeheld“, mit der Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung dokumentiert und hochgeladen werden können, woraufhin das Programm die Meldung dann automatisch an das Ordnungsamt der Stadt sendet.

In der Stadtverwaltung ist von „neuer digitaler Bürgerbeteiligung“ die Rede

„Mit ,Wegeheld‘ soll es zu einer Verbesserung der Sicherheit im Stadtgebiet kommen. Fuß- und Radwege sollen nicht durch Falschparker behindert werden, Schulwege frei passierbar sein“, erklärt Stadtsprecherin Katrin Kuhnt. Dank der App könnten die Nutzer Falschparker nun ganz unkompliziert melden, was zuvor lediglich telefonisch möglich gewesen war. Dennoch erwartet Kuhnt keinen Riesen-Hype.

Dafür ist nun aber eine Riesen-Diskussion um die Sinnhaftigkeit sowie den Zweck der App entbrannt. Kritiker bezeichnen sie als „Anscheißer-App“, die lediglich die Boshaftigkeit der Leute anspornt, während Befürworter es begrüßen, dass auf diese Art und Weise etwas gegen Falschparker und für freie Rettungswege getan wird.

Quelle: bild.de