Rund 12 Kilometer südlich von Chemnitz schmiegt sich die sächsische Gemeinde Burkhardtsdorf an den Nordrand des Erzgebirges. Nun sollte man meinen, dass es in so einem rund 6000-Seelen-Örtchen ruhig und beschaulich zugeht, aber die Burkhardtsdorfer mögen es offenbar eher laut und schmutzig. Höhepunkt des Jahres ist nämlich das traditionsreiche Traktorentreffen der „Bulldog-Freunde Erzgebirge“, anlässlich dessen sich allerdings schon längst nicht mehr nur in Ehren ergraute Oldtimer der Landwirtschaft von ihrer besten Seite präsentieren.

Zwischen all den kraftvollen Arbeitstieren vom Lande buhlt seit einigen Jahren nämlich auch der prachtvolle Sternmotor einer Antonov um die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Bei dem „Schwezow ASch-62“ handelt es sich um einen luftgekühlten Neunzylinder-Ottomotor mit sternförmiger Kolbenanordnung, der auf den amerikanischen Wright R-1820 Cyclone aus den dreißiger Jahren zurückgeht.

Dank des zweistufigen Kompressors und einem leistungsfähigeren Ansaugsystem gelang es dem Konstrukteur Arkadi Schwezow – auf dessen Initialen die Bezeichnung des Asch-62 zurückgeht – in den 1930er Jahren die Leistung gegenüber dem Ursprungsmodell von 570 auf satte 746 kW hochzuschrauben, womit es das Schätzchen auf rund 1000 Pferdchen bringt. Entsprechend satt dann auch der Sound, wenn das Teil dann mal so richtig loslegt.