Männer und Motoren, das gehört zusammen wie Cornflakes und Milch, wie String und Arschritze, wie Han Solo und Chewbacca und was einem da sonst noch so alles zu einfallen mag. Aber warum ist das eigentlich so? Warum besorgen sich zum Beispiel ein paar Schrauber aus Mecklenburg-Vorpommern einen alten V12-Dieselmotor, der einstmals einen ganzen Panzer vorwärts bewegt hat, nur um diesen dann im Hof vor versammelten Publikum soweit wieder flottzumachen, dass das Ding startet? Ganz einfach: Weil sie es können!

Bei der alten Lady handelt es sich um eine in der Sowjetunion entwickelten Dieselmaschine mit der Bezeichnung W-2. Der wassergekühlte Zwölfzylinder-V-Motor ging im Jahr 1939 in Serienproduktion und war vorrangig für Kampfpanzer konzipiert, kam aber auch in anderen gepanzerten Fahrzeugen sowie in Zug- und Arbeitsmaschinen zum Einsatz.

Besonderes Ansehen erlangte der W-2 als Antrieb des T-34. Denn während alle anderen Nationen in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg beim Bau ihrer Panzer fast komplett auf den Ottomotor setzten, galt der W-2 dank seiner Auslegung als Dieselmotor mit Direkteinspritzung und Mehrventiltechnik sowie dem Einsatz von Gussteilen aus einer Aluminiumlegierung als Besonderheit.

Die Konstruktion der Maschine war so dermaßen wegweisend, dass die Motorisierung beinahe aller russischen Panzer, die nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden, auf dem W-2 basiert. Selbst heute schuftet der W-93, mit unverändertem Grundaufbau, als aktuell letzte Entwicklungsstufe im T-90 Panzer.

Als Dame höheren Alters bringt es der Motor im Video mit 38,9l Hubraum und 580 PS zwar nicht auf die Leistung der aktuellen Modelle, kann sich aber auf jeden Fall noch sehen und vor allem hören lassen.