Die Herrschaften vom „Hydraulic Press Channel“ haben einen coolen Job: Überlegen, was sich spektakulär unter einer hydraulischen Presse zerquetschen lässt, Kamera an, Knopf drücken, Spaß haben und mit dem Rest der Welt teilen. Letzterer nimmt es begeistert auf, wie sich an den hohen Klickzahlen auf YouTube unschwer erkennen lässt. Die Nummer ist sogar so erfolgreich, dass die Macher mittlerweile ein Spiel für Smartphones herausgebracht haben, bei dem ihr jederzeit und überall digital Sachen zerquetschen dürft. Verrücktes Internet…

Aber freilich sei es den Verantwortlichen gegönnt. Immerhin erfreuen wir uns bereits seit Jahren an der kultivierten Zerstörungswut und fragen uns jedes Mal aufs Neue, was da noch kommen mag. Gewehrkugeln, Handgranaten, Batterien und sogar Dynamit mussten bereits daran glauben. Im Vergleich dazu mag unser heutiges Opfer nun fast schon trivial daherkommen. Je länger man jedoch darüber nachdenkt, desto spannender wird die Frage, was wohl passieren mag.

Denn während man das Ende einer Batterie durchaus noch vorhersehen kann, sieht es bei einem Stapel aus 1.500 Blatt Papier ganz anders aus. Harmloses Zeug eigentlich, an dem man sich höchstens in den Finger schneiden kann. Doch wenn man die Celluloser aus dem Büro erst mal so richtig unter Druck setzt – sagen wir mal so 144 Tonnen – offenbart sich das wahre schreckliche Gesicht verdichteter Pflanzenfasern! Wir jedenfalls behandeln unsere Kladde in Zukunft mit deutlich mehr Respekt.