Nach vielen Feldversuchen und gescheiterten Testläufen ist es endlich soweit: Der erste „Meeres-Rechen“ von „The Ocean Cleanup“ nimmt seine Arbeit auf. Das von niederländischen Wissenschaftlern entwickelte Konstrukt wurde gebaut, um der gewaltigen Mengen an Plastikmüll im Pazifischen Ozean Herr zu werden, Great Pacific Garbage Patch genannt – der in seiner Ausdehnung der dreifachen Größe Frankreichs entspricht.

Frühere Varianten der Anlage waren bei Testläufen auseinandergebrochen, es war ihnen nicht gelungen, Plastik aufzunehmen. Doch endlich ist es soweit und der erste der 600 Meter großen, aus Schwimmkörpern bestehenden Reinigungsapparate hat seine Arbeit aufgenommen. Was auch bitternotwendig ist: Laut Berichten wandern acht Millionen Tonnen an Plastikmüll jährlich allein von Stränden in unsere Ozeane.

Weitere 600.000 bis 800.000 metrische Tonnen an Hochseefischerei-Ausrüstung wie Netze oder Plastik-Taue kommen jährlich hinzu

Da ist es gut, dass das Konzept des jungen Projektgründers Boyan Slat in die Gänge kommt und einen Durchbruch feiert. Zumal The Ocean Cleanup“ nicht nur mit den gewaltigen Plastikmengen fertigwerden kann, sondern auch mit den winzigen Mikroplastik-Partikeln, die es über das Wasser selbst bis in den menschlichen Organismus schaffen.

Von der Pressekonferenz in Rotterdam betonte Slat, dass das Ziel der Organisation vor allem darin bestünde, die passiven Stärken seiner Erfindung zu nutzen, um die hohen Kosten für den Einsatz von Trawlern, die den Müll sonst einsammeln müssten, auszugleichen. Im Gespräch mit den Medien zeigte er sich optimistisch:
„Wir fangen jetzt Kunststoffe ein … Nachdem wir diese Reise vor sieben Jahren begonnen haben, ist dieses erste Jahr der Erprobung in der gnadenlosen Hochsee-Umgebung ein starkes Indiz dafür, dass unsere Vision erreichbar ist und dass der Beginn unserer Mission, den Ozean von dem Plastikmüll zu befreien, der sich seit Jahrzehnten angesammelt hat, zum Greifen nahe ist.“

Weiter führte Slat aus: 

„Wir haben jetzt ein in sich geschlossenes System im Great Pacific Garbage Patch, das die natürlichen Kräfte des Ozeans nutzt, um Kunststoffe passiv zu fangen und zu konzentrieren … Das gibt uns genügend Vertrauen in das Gesamtkonzept, um dieses Projekt fortzusetzen.“ 

Im Dezember wird zum ersten Mal der gesammelte Müll an Land geholt und dem Recycling zugeführt

Slat ist zuversichtlich, dass für die unglaublichen Mengen an Kunststoffmüll aus den Ozeanen ein Markt existiert und diese auch Sammler ausgefallener Funde anziehen könnten. Allein die Materialerträge des gesammelten Plastiks könnten den Berechnungen des Projekts zufolge demnach irgendwann genügen, um die operativen Kosten für das Einsammeln des Kunststoffs mit Trawlern wieder hereinzuholen. 

Als Nächstes arbeitet das Team daran, den „Rechen“ so zu verbessern, dass er Plastik für ein Jahr einlagern kann, bis er geleert werden muss.

Quelle: ladbible.com