Tarnkappen, die einen unsichtbar machen, ziehen sich durch Märchen und Legenden bis in die moderne Fantasy, egal, ob im Kino oder in Buchform. Seit ungezählten Jahrhunderten ist es der Wunschtraum vieler Menschen, sich aus diversen Gründen unsichtbar machen zu können. Insbesondere die Militärs dieser Welt lecken sich die Finger nach der Vorstellung von Stealth-Soldaten und -kriegsgerät. Dem sind wir nunmehr einen Schritt näher.

Wenn ein Unternehmen auf den bescheidenen Namen „Hyperstealth“ hört, dann weiß man, dass es die Leute entweder vollkommen übertrieben haben oder ernst meinen. Hier ist das Zweite der Fall. Die kanadische Firma, die sich auf Camouflage spezialisiert hat, hat ein neues Material ersonnen: „Quantum Stealth“, dünn wie Papier, preisgünstig und unabhängig von Energiequellen verhüllt es, was sich dahinter befindet und macht es quasi unsichtbar.

Dabei funktioniert das Ganze nach dem Prinzip von Lentikularlinsen, bricht das Licht um das, was sich dahinter verbirgt – nur, wer sehr nahe an dem Tarnmaterial dran ist oder sich sehr weit entfernt davon auffällt, kann hindurchschauen und erkennen, was der Vorhang verbirgt. Das Ganze basiert auf dem Snelliusschen Lichtbrechungsgesetz, das jeder kennt, der schon einmal im Schwimmbad versucht hat, in gerader Linie auf den Boden zu sehen oder einen Löffel in einem Wasserglas betrachtet. Das Objekt wirkt „verbogen“.

Wellen, so auch das Licht, werden beim Eintritt in ein anderes Medium gebrochen und reflektiert. Ähnliches vollbringt auf dieses neue Patent, das einen künstlichen „toten Winkel“ für das erzeugt, was dahinter liegt. Der Tarneffekt gilt dabei nicht nur für das menschliche Sehvermögen, sondern umfasst auch nahezu ultraviolettes Licht oder Infrarot. Der Hintergrund des Verhüllten wird dabei verzerrt, wirklich „unsichtbar“ macht „Quantum Stealth“ noch nicht.

So werden Betrachter mutmaßen können, dass sich hinter dem Schild möglicherweise etwas verbirgt – aber nicht, was. Noch.

Quelle: 9gag.com