Superelastisch und belastbar: NASA erprobt Ketten-Reifen – Beinahe jeder Technologiezweig scheint für uns Laien mit rasanter Geschwindigkeit in Richtung Zukunft zu marschieren. Da fällt es schon auf, dass wir in Sachen Mobilität zwar mittlerweile vollvernetzte, elektrische Autos an der Schwelle zur Serienreife haben, die auch autonom fahren können. Doch die Dinger rollen immer noch auf Reifen. Naturkautschuk. Gibt‘s da nicht was langsam mal was Neues?

Gibt es, wobei „neu“ dann doch eher relativ zu verstehen ist. Denn erstens stammt dieses Video schon aus dem Jahre 2017 und zweitens ist die Technologie, die bei diesen Ketten-Rädern zum Einsatz kommt, ein bewährtes Konzept aus dem Mittelalter. Das kam auch beim allseits bekannten Kettenhemd zum Einsatz, das Ritter und Berufssoldaten vor Schwertschnitten und Säbelhieben bewahrte. Diese superelastischen Reifen widerstehen auf eben diese Weise aber auch jeder Art von Verformung durch unebenen Untergrund.

Hier handelt es sich um eine Innovation der NASA, die seinerzeit 2017 versuchte, den Zusammenbruch der Reifen des Fahrzeugs Curiosity Rover zukünftig zu vereiteln

Die Kettenräder bieten nicht nur besseren Schutz, sondern verfügen auch über weitaus höhere Traktion. Beides ideal, um Marsfahrzeuge damit auszustatten, die einer scharfkantigen Landschaft widerstehen müssen.

Auch über den Einsatz als Allzweck-Hitze- und Trümmerschild bei im Orbit fliegenden Raumfahrzeugen könnte das Kettenmaterial zum Einsatz kommen. Das liegt daran, dass hier nicht nur auf ein starkes Geflecht aus Ringen gesetzt wurde, sondern diese auch aus einer Nickel-Titan-Legierung bestehen, die sich ohne Schaden zu nehmen um bis zu 10 Prozent verformen kann. Das Ergebnis: Reifen mit beeindruckenden Qualitäten.

Bei der NASA ist man überzeugt, dass man auch im zivilen Sektor mit solchen Reifen die Sicherheit von normalen Autos und vor allem von Rettungseinsätzen im Gelände deutlich erhöhen könnte. Schaut man sich das Video an, mag man das gerne glauben.

Quelle: engadget.com