Der eine glaubt an Außerirdische, der andere nicht. Davon auszugehen, dass wir in diesem unermesslich großen Universum alleine sind, ist zwar schon etwas naiv, aber womöglich scheiden sich die Gemüter ja lediglich an der Definition. Denn mit Aliens müssen ja keine hochentwickelten Organismen gemeint sein, die mit Raumschiffen von Planet zu Planet juckeln. Es reicht schon ein popeliger kleiner Einzeller und die Sensation wäre perfekt. Damit das Leben aber überhaupt eine Chance hat, bedarf es auf einem Planeten bekanntermaßen flüssigen Wassers. Und genau das wurde jetzt endlich auf dem Mars entdeckt.

Dabei handle es sich nicht bloß um einen ausgedehnten See, sondern zugleich auch um die größte Ansammlung von flüssigem Wasser, die überhaupt jemals auf dem Mars entdeckt wurde. Hatte man zuvor noch angenommen, dass der Grundstoff des Lebens dort lediglich gefroren oder vorübergehend in Form kleiner Rinnsale vorkommt, konnten Wissenschaftler mit Hilfe von Radargeräten an Bord der 2003 gestarteten ESA-Weltraumsonde "Mars Express" nun ein 20 Kilometer breites und 1,5 Kilometer tief unter einer Eisschicht am Südpol des Roten Planeten verborgenes, unterirdisches Gewässer nachweisen.

War der Mars in jungen Jahren ein echter Lebemann?

Der Mars mag heute unwirtlich erscheinen, kalt, karg und trocken. Vor ungefähr 3,6 Milliarden ging es dort jedoch mit einem warmen, feuchten Klima deutlich angenehmer zu und ausgedehnte Seen waren alles andere als eine Seltenheit. Die Tatsache, dass einer davon die Zeit überdauert haben könnte, wirft natürlich die spannende Frage auf, ob sich in der Vergangenheit Leben auf dem Mars entwickelt haben könnte – und vor allem, ob es heute noch in eben jenem See existiert.

Immerhin bietet ein beständiger Wasserbestand „die Voraussetzung für Leben über einen längeren Zeitraum“, wie Alan Duffy betont, seines Zeichens Professor an der australischen Swinburne University und Mitglied des internationalen Forscherteams.

Nun ist das Wasser zwar flüssig, dies jedoch bei einer von den Forschern geschätzten Temperatur von minus 68 Grad Celsius. Das könnte an einer hohen Konzentration von Salzen liegen, wie sie schon in der Vergangenheit auf der Oberfläche des Planeten nachgewiesen werden konnte, was wiederum eher schlechte Voraussetzungen für außerirdisches Leben böte. Eine andere Erklärung könnte indes aber auch die darüberliegende Eisschicht sein, welche einen hohen Druck erzeugt, was den Gefrierpunkt von Wasser bekanntermaßen senkt.

So oder so: Die Entdeckung außerirdischen Lebens lässt trotz des bahnbrechenden Fundes noch etwas auf sich warten. Aber zumindest weiß man nun, wo man danach suchen muss. Es bleibt also spannend!

Quelle: n-tv.de