Älter werden bringt bis zu einem gewissen Punkt nur Vorteile. Man kommt plötzlich an die Kekse ran, darf einen Führerschein machen und irgendwann wächst endlich auch ein richtiger Bart. Danach passiert erst mal lange Zeit nichts, bis es schließlich steil abwärts geht und man sich auf einmal mit den Schattenseiten des Alterungsprozesses herumärgern muss. Am offensichtlichsten sind dabei wohl Falten im Gesicht und der leidige Haarausfall, zwei Probleme, denen die Menschheit schon seit geraumer Zeit zu Leibe zu rücken versucht. Bislang ohne nennenswerten Erfolg, englische Forscher konnten nun jedoch einen Durchbruch erzielen, der fast zu schön klingt, um wahr zu sein.

Haltet euch fest: Die Wissenschaftler der University of Alabama at Birmingham stellten im Zuge ihrer Studie fest, dass die oben genannten typischen Anzeichen des Alterns rückgängig gemacht werden können. Und dies sei laut den Experten bei Versuchen mit Mäusen sogar bereits gelungen.

Nachdem man den Versuchstieren übers Futter das Antibiotikum Doxycyclinum verabreicht und damit eine Mutation in der mitochondrialen DNA induziert hatte, die zu einer Störung der Zellenorganoide und dadurch auch zur Erschöpfung der mitochondrialen DNA führte, entwickelten die Versuchstiere innerhalb von nur wenigen Wochen runzlige Haut und ausgedehnten, sichtbaren Haarausfall. Sobald die Verabreichung von Doxicyclinum eingestellt und das für die mitochondriale Dysfunktion verantwortliche Gen damit wieder deaktiviert wurde, glättete sich die Haut und das Fell wuchs nach. Die Tiere waren danach nicht mehr von den gesunden Mäusen gleichen Alters zu unterscheiden.

Verschleißerscheinungen

Ohne bei dem ganzen wissenschaftlichen Krams jetzt zu sehr ins Detail gehen zu wollen, sei dazu kurz gesagt, dass Mitochondrien salopp ausgedrückt als Kraftwerk für unsere Zellen fungieren, indem sie die chemischen Energie produzieren, die Zellen zum Überleben benötigen. Beim Menschen, so die Experten, gehe mit dem Altern – wie beim Versuch mit den Mäusen nur eben deutlich langsamer – ebenfalls ein Rückgang der mitochondrialen Funktion und eine Verarmung der DNA in Mitochondrien einher, was altersbedingte Leiden auslöst. 

Entsprechend wichtig die Erkenntnis, dass der Alterungsprozess durch die Wiederherstellung der mitochondrialen Funktion rückgängig gemacht werden kann. Das könnte eines Tages nicht nur für eine volle Haarpracht in hohem Alter sorgen, sondern lässt auch hoffnungsvoll in Richtung kardiovaskulärer Erkrankungen, Diabetes, altersbedingter neurologischer Störungen und Krebs blicken. 

Oder wie Dr. Keshav Singh, ein Mitautor der Studie, sagt: „Die Erfahrungen mit den Mäusen bieten die beispiellose Möglichkeit, vorbeugende und therapeutische Arzneimittel zu entwickeln, die auf eine Verbesserung der mitochondrialen Funktionen zur Behandlung der altersbedingten Haut- und Haarpathologien und anderer Erkrankungen von Menschen gerichtet sind, bei denen eine mitochondriale Dysfunktion eine bedeutende Rolle spielt.“

Quelle: heilpraxisnet.de