Wer sich vornimmt, auf einen professionellen Handwerker zu verzichten, dem ist – wie eine bekannte Baumarkt-Kette nicht müde wird zu betonen – grundsätzlichen erst einmal Respekt gewiss. Etwas noch nie gemacht zu haben ist keine Ausrede und doch sollte man sich und seine Fähigkeiten realistisch einschätzen. Dazu gehört vor allem, wenn nötig, um Hilfe zu bitten. Im Idealfall habt ihr einen guten Kumpel an eurer Seite, der euch zur Hand geht. Doch was, wenn euch niemand anders bleibt als eure Freundin?!

Wir wollen und werden hier nicht behaupten, dass Frauen handwerklich nicht begabt seien. Doch jeder, der schon mal mit seiner Partnerin renoviert hat, weiß, dass man nicht einfach die Teile zweier verschiedener Puzzles zusammenschütten kann, in der Hoffnung, dass am Ende ein gemeinsames Bild herauskommt.

Egal wie sturmfest das Haus einer Partnerschaft auch erbaut sein mag, sobald Werkzeug ins Spiel kommt, beginnt der Putz der Geschlechtereintracht zu bröckeln. Selbst diese unglaublich nervigen Pärchen, die dümmlich kichernd die Sätze des jeweils anderen vollenden, lernen auf einer Baustelle, dass es sich mit der Kommunikation von Mann und Frau ähnlich verhält, wie mit den Adern in einem Kabel: Sie können sauber isoliert nebeneinander existieren, dürfen aber nie zusammengebracht werden, wenn Strom fließt! Niemals!

Das Tor zur Hölle

Die Böden der Baumärkte sind gepflastert mit den Leichen am Vorabend euphorisch geplanter Gemeinschaftsprojekte. Vor Empörung in das Linoleum gestanzte Löcher von Pfennigabsätzen lesen sich wie ein Notenblatt aus einer Arie gescheiterter Entscheidungsfindungsprozesse. Und wer ganz genau hinhört, vernimmt das geisterhafte Echo eines weiblichen Chors, der auf ewig skandiert: „Aber wir haben doch schon so viele Schrauben… Schrauben… Schrauben…

Wer schon von Kindesbeinen an mit Plastiksäge und Gummihammer seine Geschwister malträtierte, hat nun einmal einen anderen Zugang zu dem Thema, als jemand, der einen großen Teil seiner Kindheit damit verbrachte, Spielzeugpferden die Haare zu flechten. Klischee? Vielleicht! Aber fragt euch doch mal, verehrte Damen, von wem ihr euch lieber zu eurem Coiffeur begleiten lassen würdet: Von eurem Kerl oder eurer besten Freundin?

Nun ist es natürlich nicht so, dass sich nicht auch Männer untereinander in der Werkstatt streiten würden. Keine Frage. Doch derlei Auseinandersetzungen haben mit ihrer unwiderlegbaren „Ich hab Recht, und du kannst gerne was auf's Maul haben“-Logik etwas von einer überschaubaren Einbahnstraße. Debatten mit einer Frau dagegen eher etwas von einem Labyrinth, in dem man als Maus verzweifelt nach einem Ausgang sucht, den es nicht gibt, nie gab und auch nie geben wird!

Körpersprache richtig deuten!

Eine Tatsache, die ärgerlicherweise in den Hintergrund rückt, sobald wir uns mit diesem rührend optimistischen Gesichtsausdruck konfrontiert sehen, der infantile Freude darüber zum Ausdruck bringt, endlich mal wieder etwas gemeinsam zu machen. Liebe Frauen, seht ihr denn wirklich nicht, wie wir instinktiv verneinend den Kopf schütteln, während wir mit brüchiger Stimme ein „Ja, ich freue mich auch darauf!“ hervorpressen?

Doch ein Mann steht zu seinem ein Wort und erteilt seiner Partnerin in der Folge eine Art Ritterschlag. Für die Dauer der Arbeit wird die Beziehung zeitweilig für beendet erklärt und die Frau stattdessen in den Adelsstand eines Kollegen erhoben. Mit allen Rechten und Pflichten, die mit diesem Titel einhergehen. Zu den Rechten gehört vor allem, uns zur Hand gehen zu dürfen. Zu den Pflichten, uns zu Hand zu gehen. Aus Sicht eines Mannes erklärt sich das von selbst und bedarf keiner weiteren Anleitung. Und allerspätestens jetzt kommt es zum Kurzschluss.

Folgende Situation: Der Mann hält mit der einen Hand irgendeine Leiste an die Wand, in der anderen die Wasserwaage. Wenn alles im Lot ist, wird die Wasserwaage beiseitegelegt, die im Mund bereitgehaltene Schraube von den Lippen gepflückt, angesetzt und die freie Hand wortlos nach dem Akkubohrer ausgestreckt … doch nichts geschieht!

Entnervt über diesen Umstand werfen wir einen verärgerten Blick über unsere Schulter – wobei diese blöde Leiste garantiert wieder verrutscht – und schauen in ein Gesicht, in dem sich Verständnislosigkeit mit Vorwürfen paart. Es folgt der Satz: „Du musst mir schon genau sagen, was du brauchst.

Nonverbale Kommunikation!

Man sagt uns Männern nach, dass wir einfach nur per Augenkontakt kommunizieren können. Das stammt angeblich noch aus den Zeiten, als wir im Zuge der Jagd auf dem Boden herumgerobbt sind, und unsere Beute nicht durch laute Geräusche verschrecken durften. Ein vergleichbar blindes Verständnis sollte man von Seiten einer Frau also wohl nicht erwarten.

Da wir euch auf der Baustelle aber als Jagdgefährten anerkennt haben, ist es für uns Männer völlig unverständlich, wie man das gleichzeitige Ansetzen einer Kreuzschlitzschraube und das Ausstrecken der Hand mit etwas anderem in Verbindung bringen könnte, als der unmissverständlichen Aufforderung, einem das passende Werkzeug zu reichen.

Ob ihr das nun wahrhaben wollt, oder nicht: Mit einem Kerl an unserer Seite wäre das bestimmt nicht passiert. Und selbst wenn, dann weiß dieser immerhin, dass er Scheiße gebaut hat, und wähnt sich nicht auch noch im Recht.

Frauen, die sich im Zuge eines gemeinsamen handwerklichen Projekts schlecht behandelt fühlen und deshalb sauer auf ihre Typen sind, übersehen oft, welch unmenschliche Geduld wir Männer bei alledem mitunter aufbringen müssen. Spätestens dann, wenn der gefürchtete Satz fällt: „Darf ich auch mal versuchen?

Kommt euch untenstehender Dialog bekannt vor?

Er (ziemlich fahrig, versucht ihr das Werkzeug mit sanfter Gewalt wieder abzunehmen): „Schatz, du machst das schon ganz gut, aber du musst … "

Sie (entwindet sich energisch seinen Versuchen, einzugreifen): „Ich mach das einfach so wie du!“

Er: „Was? Ja … ähm … Nein, also … pass auf, denk einfach daran …“

Sie: „Ich weeeeiß schon!“ (Rollt genervt mit den Augen) „Ich hab dir zugeguckt, als du …"

Etwas reißt, zerbricht, fällt herunter oder was auch immer.

Sie: „Ups! Das ist ja komisch. Ich hab das doch GENAUSO gemacht wie du! Hm, das bekommst du doch bestimmt wieder hin, oder?! Haha!“

Und ihr wundert euch ernsthaft, wenn in der Folge auch mal das eine oder andere verbale Bohrloch danebengeht?

Nehmt unser ruppiges Verhalten einfach nicht allzu persönlich. So geht es auf Baustellen nun einmal zu und wer mit den Jungs spielen will, darf bei einer Schürfwunde kein Mitleid erwarten. Wenn ihr wirklich helfen wollt, legt euch diesbezüglich ein dickes Fell zu, tragt die Wut nicht mit in den Feierabend und merkt euch vor allem folgendes: Nach „fest“ kommt „ab“! Sehr viel mehr als das bringen die meisten männlichen Hobby-Handwerker nämlich auch nicht mit!