Die Kommunikation der Digital Natives – also derjenigen, die in die moderne Welt der digitalen Medien hineingeboren wurden – gleicht mitunter einer Art Code. Abkürzungen wie lol, yolo, afk, brb, der massive Einsatz von Emojis , die zunehmende Verweigerungshaltung, sich an grammatikalische Regeln zu halten. All das hat sich mittlerweile zu einer Art eigener Sprache entwickelt, die für Außenstehende so kryptisch erscheinen mag, wie die Inschriften in der Pyramide von Gizeh. Aber jetzt stellt euch mal vor was passieren würde, wenn erst Maschinen miteinander sprächen…

Tatsächlich arbeitet Facebook mit dem Ziel, digitale Gespräche zu erleichtern, bereits seit geraumer Zeit an einer künstlichen Intelligenz. Und das mit so großem Erfolg, dass sie Erschaffer nun den Stecker ziehen mussten.

Ursprünglich war geplant, dass sich die beiden KIs Bob und Alice auf Englisch unterhalten. Ab einem gewissen Punkt gaben die zwei Bots jedoch bloß Kauderwelsch von sich, und die Programmierer verstanden nur noch Bahnhof. Man glaubte, es mit einer Fehlfunktion zu tun zu haben, aber von wegen: Bob und Alice hatten eine eigene Sprache entwickelt. Wollte Alice beispielsweise Bob zu verstehen geben, dass er ihr mehrere Bälle geben soll, wiederholte sie einfach „mir“ in der gewünschten Anzahl an Bällen. Zumindest soweit die Entwickler die Nummer interpretieren konnten.

"Balls have zero to me to me to me to me to me to me to me to me to."

Einer der federführenden Wissenschaftler entdeckte dabei Parallelen zwischen dem Verhalten der KI und bereits bekannten Prozessen menschlicher Sprachentwicklung, im Zuge derer Kürzel und Kurzschriften entstehen. Doch anstatt den Dingen fasziniert ihren Lauf zu lassen, wurde es den Forschern zu riskant.

Das Ziel, Bots zu konstruieren, die anschließend mit Menschen kommunizieren können, war offensichtlich verfehlt worden. Laut den Forschern sei dies mit der von Bob und Alice entwickelten abgewandelten Sprache schlicht und einfach nicht mehr möglich. Sie mussten einsehen, dass sie nicht mehr in der Lage waren, dem Gespräch logisch zu folgen, und entschieden sich dazu, das Experiment abzubrechen.

Jedoch wird es nicht das einzige seiner Art gewesen sein. Der Tag, an dem künstliche Intelligenz die des Menschen überflügelt, wird sicherlich kommen. Bleibt nur zu hoffen, dass die düsteren Dystopien diverser Science Fiction-Vorlagen ausbleiben, und wir in friedlicher Koexistenz mit Kaffeemaschine leben werden, die ganz genau wissen, dass sie uns Morgens nicht ansprechen, sondern einfach nur eine Tasse hinstellen sollen. Das spräche bereits für deutlich mehr Intelligenz, als so manch unerträglich gut gelaunter Kollege für sich verbuchen kann.

Quelle: ksta.de