Kopfhörer mit Sportsgeist: Die „Amazfit PowerBuds Pro“ im Test – Nachdem wir kürzlich aktuelle Modelle aus dem Portfolio der Fitnessuhren aus dem Hause Amazfit für euch testen durften, widmen wir uns diesmal dem sportlichen Nutzen der Gehörgänge und haben uns dazu die neuen „PowerBuds Pro“ angeschaut: True-Wireless-Kopfhörer mit ein paar äußerst interessanten Features für Sporttreibende und Gesundheitsliebende.

In der wie stets schlicht-eleganten weißen Pappbox erhält man für 129,90 Euro neben den eigentlichen Kopfhörern ein Ladecase, drei zusätzliche Silikonaufsätze in verschiedenen Größen, sowie ein USB-C-Ladekabel und eine Anleitung in mehreren Sprachen.

Wie auch das Ladecase kommen die Kopfhörer im unaufdringlichen weiß-grauen Design daher und bestehen aus Kunststoff mit einer Pulverbeschichtung, der sich in der Hand angenehm und weich anfühlt. Sowohl Case als auch In-Ear-Kopfhörer lassen in Sachen Verarbeitung nichts zu wünschen übrig und wirken ebenso wertig wie robust.

Was den Halt in den Ohren betrifft, hatten wir zu keinem Zeitpunkt Probleme. Selbst bei bewegungsintensiven Sporteinheiten blieben die PowerBuds Pro an Ort und Stelle. Dank IP5-Zertifizierung stecken die Kopfhörer Schweiß, Staub und nasses Wetter locker weg, während es für Sportarten im Wasser wiederum nicht reicht.

Um alle Features der PowerBuds Pro nutzen zu können, benötigt man die hauseigene Fitness-App „Zepp“, die man sich in den gängigen Stores herunterladen kann. Einmal gekoppelt, werden eure Kopfhörer bei aktiviertem Bluetooth vom Smartphone sofort erkannt, sobald ihr das Ladeetui öffnet. Ein An- und Ausschalten ist folglich nicht nötig. Ebenfalls praktisch: Dank der Näherungssensoren stoppt die Musik automatisch, sobald ihr die PowerBuds Pro aus den Ohren nehmt, und startet beim erneuten Einsetzen wieder.

Beide Kopfhörer verfügen jeweils über eine drucksensitive Taste, deren Funktionen sich in der App individuell anpassen lassen: Standardmäßig startet und pausiert ihr die Musik mit einem kurzen Druck, zweimal drücken startet den nächsten oder vorherigen Song, dreimaliges Drücken aktiviert den Sprachassistenten eures Smartphones.

Mit einem langen Druck wechselt man durch die verschiedenen Active-Noise- Cancellation-Modi: Aktiv, Deaktiviert oder „Thru“. Bei letzterem kommen die integrierten Mikrofone zum Einsatz, um Gespräche leicht verstärkt durch die Kopfhörer ins Ohr zu leiten, was grundsätzlich funktioniert, aber nicht so nachdrücklich, als dass es einen echten Mehrwert darstellen würde.

Die Geräuschunterdrückung lässt sich in der Zepp-App weiter spezifizieren: „Adaptiv“ passt die Pegel automatisch an die Umgebungsgeräusche an, „Reisen“ verbessert die Abschirmleistung bei U-Bahn- und Flugbetriebslärm, „Training“ passt sich an innerstädtische Außenszenarien an, um die Sicherheit beim Training zu verbessern, „Indoor Sport“ bietet eine ausgewogene Mischung aus menschlicher Stimme und Umgebungsgeräuschen.

In der Praxis sind die Unterschiede jedoch eher marginal ausgefallen, so dass wir gar nicht hätten sagen können, in welchem der Modi wir uns gerade befinden. Generell ist das ANC eher schwachbrüstig ausgefallen und nicht unbedingt eine Stärke der PowerBuds Pro.

Dafür geht der Sound für das Preissegment mehr als in Ordnung. Gefallen haben uns vor allem die überraschend druckvollen Bässe, während der Klang in den Hochtönen etwas ins Stocken gerät. Praktischerweise verfügt die App über einen Musik-Equalizer, der euch von „Rock“ bis „Klassik“ elf verschiedene Hörvoreinstellungen bietet, die ihr über zehn Höhen- und Tiefenregler individuell anpassen dürft. Schade ist, dass man sich kein eigenes Klangprofil dauerhaft anlegen darf. Einmal versehentlich auf den „Neustarten“ Button gedrückt und schon sind eure Einstellungen futsch.

Der Hersteller verspricht kristallklare Anrufe dank einer 3-Mikrofon-Technologie, wobei eine KI für eine verbesserte Geräuschreduzierung sorgen soll. Alles in allem funktioniert das Telefonieren vor allem in ruhigen Umgebungen recht gut, wird es um einen herum etwas lauter, fällt die Qualität der Stimmübertragung für das Gegenüber jedoch hörbar ab.

Über den Punkt „Hörvermögen“ lassen sich Lautstärke und Hördauer in der App überwachen. Um das Gehör zu schützen, verringert sich dabei die wöchentliche Hörzeit (ausgehend von 40 Stunden) nach Vorgaben der WHO je nachdem, wie sehr ihr den Sound aufdreht. Äußerst schade, nicht nur in diesem Zusammenhang, ist, dass sich die Lautstärke nicht über die Kopfhörer regeln lässt.

Hinter „Nackenschutz“ verbirgt sich ein Feature, welches die Kopfhaltung registriert, um die Belastung für die Wirbelsäule zu analysieren. Fällt diese über längere Zeit hinweg zu hoch aus, lässt sich eine Musik-Sequenz abspielen, die dabei helfen soll, sich zu entspannen, indem sie durch unterschiedlichen Lautstärken je nach Position des Kopfes vorgibt, wie man sich bewegen soll. Eine äußerst sympathische Funktion, die zu aktivieren definitiv nicht schadet, und uns die Kopfhörer auch am Schreibtisch ohne Musik hat tragen lassen.

Sportlicher geht es dann mit der optionalen Lauferkennung weiter, welche anhand der verbauten Beschleunigungssensoren erkennt, wann es losgeht, und die Trainingsdaten aufzeichnet, um diese bei der nächsten Synchronisation an die App zu schicken. Diesbezüglich bietet Zepp ein Füllhorn an Statistiken und Daten (die Verbindung mit Apps von Drittanbietern wie Runtastic oder Endomondo ist ebenfalls möglich), die mit einer Smartwatch jedoch genauer erfasst werden.

Einen echten Mehrwert für das Training stellt der Herzfrequenzsensor der PowerBuds Pro dar, der bei Bedarf einen Warnton abspielt, wenn man einen festgelegten Puls überschreitet. Im Test mit einem Gurt zur Pulsmessung erwies sich die Messung als ausreichend präzise und der Alarm als sehr zuverlässig.

Eine nette Idee, von der wir ob des besseren Klangs jedoch bald keinen Gebrauch mehr gemacht haben, ist zu guter Letzt der „Motion Beat Mode“, welcher die Bässe bei einem Workout verstärkt und die Beats „lebendiger“ gestaltet.

Die Akkulaufzeit fällt ob der verbauten 68-mAh-Akkus mit rund neun Stunden recht großzügig aus. In Zusammenspiel mit dem Ladecase stehen gut 30 Stunden zur Verfügung, die je nach aktivierten Features in der App, insbesondere ANC, natürlich kürzer ausfallen.

Fazit:

Die Amazfit PowerBuds Pro überzeugen mit einer wertigen Verarbeitung, bieten hohen Tragekomfort und mit Features wie dem Herzfrequenzsensor einen echten Mehrwert für Sportler. Praktisch sind darüber hinaus optionale Funktionen, um Hörvermögen und Wirbelsäule zu schützen. In Sachen Klangqualität und Geräuschunterdrückung ist zwar noch Luft nach oben, dafür verfügen die In-Ear-Kopfhörer aber über einen vergleichsweise starken Akku. In dem Preissegment findet ihr kaum ein besseres Gesamtpaket.

Die Amazfit PowerBuds Pro bekommt ihr für 129,90 Euro entweder im Online-Shop des Herstellers oder auch auf Amazon.

Quelle: amazfit.com