Wir schreiben 2018 und die ganze Welt sehnt sich – noch immer – nach Frieden. Doch in Sachen Abrüstung scheinbar nichts in Sicht. Im Gegenteil, neue Waffen werden entwickelt. Da ist es beinahe beruhigend, mal etwas von nichtletalen Mitteln zu lesen, die ersonnen wurden. So wie diese Neuigkeit des US-Verteidigungsministeriums, um Fahrzeuge auszuschalten.

Und zwar im wahrsten Wortsinne und ganz ohne Gewalt oder – so die Angaben der US-Behörde – längerfristige Konsequenzen für die Fahrzeuge oder ihre Insassen. In dem Video sehen wir, wie die neue Erfindung zur Anwendung kommt und äußerst verlässlich Autos, Lastwagen und auch Bootsmotoren abwürgt – eine gewaltige militärische Fernbedienung.

Das Ganze wurde vom Joint Non-Lethal Weapons Programm (JNLWD) ersonnen – zu dt.: „Programm der Vereinten Streitkräfte zur Entwicklung nichttödlicher Waffen“. Dieses System soll ausschließlich dem stationären Verteidigungsfall dienen, etwa um Botschaften oder Kasernen vor eventuellen Angreifern oder Attentätern mit Fahrzeugen zu bewahren.

Weitere Anwendungen könnten zukünftig auch für Polizeistreitkräfte möglich sein. Das System arbeitet mit hochenergetischen Mikrowellen, die direkt auf den Motor eines Fahrzeugs gerichtet werden. Diese sorgen für Interferenzen mit der Mikroelektronik jedes modernen Fahrzeugtyps.

Genauer: Die Kontrolleinheit des Bordcomputers wird laufend neugestartet und blockiert, was das daraus resultierende Versagen des Motors zur Folge hat. Das moderne Fahrzeug, was immer es auch sein mag, steht still. Eventuelle Schäden an den Passagieren können also nur aus Sekundäreffekten – sprich dem Übergang vom Fahren zum Stillstand – resultieren.

Den „Radio Frequency Stopper“ nennt das JNLWD seine Erfindung. Sie wird von einer 400 Pfund schweren Gasturbine angetrieben, die 300 kW erzeugt und laut Angaben von „Defense One“ in zwei Varianten zur Verfügung steht: Eine kleinlaster-montierbare Version mit 50 Metern Reichweite sowie eine dreimal so große stationäre Variante, deren Reichweite mehrere hundert Meter betragen soll.

Bereits im September dieses Jahres soll der Turbinengenerator in den Bau gehen, ein entsprechender Serienprototyp soll schon nächstes Jahr bereitstehen. Machtlos ist die Waffe bisher jedoch gegen ältere Fahrzeuge, bei denen noch keine Elektronik die Motorfunktionen steuert.

Quelle: foxtrotalpha.jalopnik.com