Keine Lust, die Dinger vors Haus zu schieben?: Ingenieur baut sich Mülltonnen-Zug – Für die einen sind Handgriffe im Haushalt beinahe schon etwas Entspannendes, bei dem man von der beruflichen Arbeit oder Stressfaktoren abschalten kann. Andere Menschen sehen Hausarbeit als lästige Pflicht an. Bei einigen besonders verhasst: Den Müll rausbringen, bei Wind und Wetter. Wem selbst solche einfachen Handgriffe zu viel sind, der könnte seine Erfüllung im Bauprojekt finden, das die Vollendung aller Erste-Welt-Probleme zelebriert: automatisierte Mülltonnen.

„Hunderte von Stunden und Tausende von Dollars aufwenden, um zu vermeiden, dass man einmal im Monat ein paar Mülleimer bewegen muss … Das kann ich nur befürworten“, bringt es ein Kommentar unter dem Video augenzwinkernd auf den Punkt. Ein anderer Nutzer findet gar lobende Worte und einen Verwendungszweck, der über unsere zynische Einleitung weit hinausgeht.

So schrieb diese Person:

„Ich kann nicht umhin, mir vorzustellen, wie nützlich dies für diejenigen ist, die unabhängig leben, aber eine Behinderung haben, so dass sie sich bei einer Aufgabe wie dieser auf andere verlassen müssen.“ Wir bezweifeln, dass dieses noblere Ziel die Grundlage für das Video des Kanals „Max Maker“ mit dem treffenden Titel „Ich habe meine Mülltonnen auf Schienen gestellt und jetzt bewegen sie sich automatisch!“ lieferte. Andererseits: Wir können keine Gedanken lesen.

Einen besonderen Grund braucht man als Inhaltsersteller, der seinen Fans mit schöner Regelmäßigkeit interessante Bauprojekte liefert, ja ohnehin nicht. So oder so ist die Idee faszinierend – und ihre Umsetzung mit dem Schienensystem noch mehr. Ein Müllzug, der die Tonnen von hinter dem Haus nach vorne verfrachtet und genauso wieder nach hinten außer Sicht schaffen kann. So einen Grad der Automatisierung erwartet man dem Klischee nach wohl am ehesten von einem deutschen Ingenieur.

Allem Anschein nach scheint „Max Maker“ so einer zu sein:

Dazu braucht man nicht nur nach seinem Akzent beim Off-Text, den Mülltonnen und ihrem Aufdruck sowie den Kennzeichen der geparkten Fahrzeuge zu gehen – in seiner Kanalbeschreibung bringt er es selbst auf den Punkt: „Ich bin Produktdesign-Ingenieur, der gerne Dinge herstellt. Bei der Arbeit, um bezahlt zu werden, und zu Hause nur zum Spaß : )“, heißt es da. Und Spaß macht dieser Müllzug alleine schon beim Zuschauen und dem faszinierenden Konzept hinter der Idee.