Unsere Meere leiden unter der fortschreitenden Verseuchung durch (Mikro-) Plastik ebenso wie der menschliche Körper – eine Tatsache, der immer mehr Verbraucher, aber auch Organisationen den Kampf angesagt haben. Eine davon, „The Ocean Cleanup“, geisterte mit ihren ehrgeizigen, theoretischen Plänen für Plastiknetze und Strömungsanker immer wieder durch die Medien. Nun ist ihr erstes Projekt wirklich im Einsatz und soll sich bewähren.

Als Größte der zahlreichen Plastik-Inseln, die unsere Weltmeere verschmutzen, treibt der „Great Pacific Garbage Patch“ durch den Pazifik. Zusammengenommen ergäbe der Müll eine Fläche doppelt so groß wie der US-Bundesstaat Texas. Reste von Treibnetzen, Schiffsbedarf und Kleinstmüll wie etwa Strohhalme stellen für Wale und Delfine, Robben, Fische und Seevögel verheerende Todesfallen dar und kosten jährlich Millionen Tiere das Leben.

Die Idee eines 16-Jährigen

Diese Kunststoff-Mengen sollen als Erstes von Ocean Cleanup angegangen werden – mit einem 610 Meter messenden Halbmond namens „System 001“, der den treibenden Müll in einem Strömungswirbel fängt. Sodann kann das Plastik bequem per Schiff eingesammelt werden. Der 20-Millionen-Dollar-Appaarat wurde in der San Francisco Bay gestartet und durchläuft dort letzte Testphasen, bevor es im gesamten Pazifik eingesetzt werden soll.

Der niederländische Begründer von The Ocean Cleanup, Boyan Slat, hatte seine Idee im zarten Alter von 16 Jahren, als er beim Tauchen mehr Plastiktüten als Fische im Pazifik sah. Er nahm kurzerhand den Kampf gegen das Plastik auf. Heute ist er 24 und seine von Gönnern finanzierte Organisation kann nach gerade mal acht Jahren bereits Resultate vorweisen und diese zum Einsatz bringen – eine unfassbare Erfolgsgeschichte.

In fünf Jahren soll der halbe Pazifik sauber sein

„001“ von The Ocean Cleanup beginnt nun also mit seiner Arbeit und verschlingt den Kunststoff in der Bucht von San Francisco – wohlgemerkt, ohne Meerestiere zu gefährden oder zu verletzen, so wurde der gewaltige schwimmende „Pac Man“ konzipiert. Wenn „001“ in wahrscheinlich zwei Wochen seine finale Arbeit im Pazifik beginnt, soll es nur fünf Jahre dauern, bis die Hälfte des Plastikberges durch ihn und seine Kollegen abgetragen sein wird.

All das dank eines einstigen Teenagers, der eine Vision und Förderer hatte, die an ihn geglaubt haben. Da soll noch mal jemand sagen, man könne die Welt nicht einfach so ändern. Boyan selbst bringt es so auf den Punkt: „Das Plastik ist wirklich hartnäckig, es verschwindet nicht von selbst. Die Zeit zum Handeln ist jetzt!“, so der 24-Jährige. Recht hat er.

Quelle: ladbible.com