„Postbot“ nennt die Deutsche Post den Begleiter für ihre Briefträger, den sie ab nächster Woche im nordhessischen Bad Hersfeld einem Test unter realen Bedingungen unterzieht. Es handelt sich um eine Art rollende Tonne von 1,50 Metern Höhe, die dem Postboten zur Seite gestellt als Begleiter fungiert, der bis zu 150 Kilogramm an Briefen und Sendungen transportieren kann.

Der Post-Roboter soll die arg geschlauchten Postboten entlasten und auf diese Weise körperlichem Verschleiß vorbeugen: „Es geht darum, den Menschen zu unterstützen, länger fit zu bleiben“, so Post-Vorstand Jürgen Gerdes. Denn es gibt einige tausend Bezirke in Deutschland, in denen die Post nach wie vor nur zu Fuß ausgetragen wird. Hier könnte der „Postbot“ den Anblick des üblichen Post-Karrens ersetzen, beim Transport besonders schwerer Sendungen helfen. Robotik-Experten sind vom Feldversuch der Post fasziniert und nehmen ihn genau unter die Lupe. Die sogenannte „letzte Meile“ einer Sendung, also der Weg bis zur Haustür des Empfängers, ist laut Professor Alin Albu-Schäffer ein Milliardenmarkt.

Gerdes: Kein Versuch, den Menschen zu ersetzen

Schäffer leitet das Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Zwar hatte es in den letzten Jahren mehrere Versuche gegeben, robotische Transportsysteme umzusetzen – „soweit ich weiß, gibt es aber keine Firma, die das zum Produkt machen konnte“, so Schäffer. Insbesondere, weil Roboter mit solchen Traglasten natürlich auch eine Gefahr sein können, wenn sie nicht verlässlich anhalten. Postvorstand Gerdes möchte auch andere Bedenken entkräften: „Wir führen solche Geräte nicht ein, um Arbeitsplätze zu ersetzen.“ Schließlich komme die Maschine nicht an Briefkästen heran, zudem sei sie „völlig ahnungslos“.

Auch würde sie weder Daten erheben noch speichern, oder gar Briefträger bei der Arbeit beobachten. Einzig die Beine des Zustellers würden erkannt, nach ihnen richtet sich die Maschine und folgt wie ein treuer Hund. Auch die Gewerkschaft sieht Vorteile in dem Postbot: „Hohe Gewichte sind für die Beschäftigten in der Zustellung ein Problem“, erklärt Sigrun Rauch, die bei Verdi für Postdienste, Speditionen und Logistik verantwortlich zeichnet. Die Gewerkschaft begrüße den Versuch, insbesondere, wenn solche technischen Helferlein dazu dienen, die körperlichen Belastungen der Zusteller zu senken. Rauch konstatiert: „Eine Sorge vor dem Verlust von Arbeitsplätzen haben wir nicht.

Quelle: Fotos: dpdhl.com