Innovation Lab: Polizei NRW testet Roboterhund – Die Polizei in Nordrhein-Westfalen blickt mit einem neu gegründeten Labor für Innovationen in die Zukunft und macht dabei ein bisschen auf James Bond. Rund 500 Quadratmeter stehen zur Verfügung, um zukunftsträchtige Technologien zu entwerfen und zu testen, und damit „die Polizei besser zu machen, damit sie wiederum die Bürger besser schützt“, wie NRW-Innenminister Herbert Reul anlässlich der Eröffnung des „Innovation Lab“ in Duisburg erklärte.

„Wir wollen vorbereitet sein auf die Herausforderungen der Zukunft und arbeiten deshalb schon heute an Lösungen, um die Polizei, um die innere Sicherheit, um die Bevölkerung bestmöglich für morgen und übermorgen zu wappnen.“

Als besonderer Publikumsliebling stellte sich dabei „Spot“ heraus: ein hundeartiger Roboter der amerikanischen Firma Boston Dynamics, dem man ein passendes Outfit mit den Farben und Insignien der deutschen Polizei verpasst hatte.

Doch so beeindruckend und sympathisch der Auftritt des Roboters auch war, einen wirklichen Einsatzzweck hat der kleine Kerl bislang nicht. Reul dazu: „Niemand sagt, den brauchen wir jetzt akut; aber wir testen hier, in welchen Bereichen der Roboter uns in der Zukunft nutzen könnte.“

Boston Dynamics verkauft Modelle für jeweils 74.500 US-Dollar (rund 66.000 Euro).

Auf eine Anfrage des „Stern“, bezüglich der Anschaffungskosten für den Laufroboter, zuckte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW aber lediglich mit den Schultern: Da derzeit noch Ausrüstung fehle, gebe es noch keinen finalen Preis.

Spot erfreute sich auch vor dem Auftritt bereits einer gewissen Berühmtheit, wusste man bei Boston Dynamics den Burschen doch in diversen Videos gekonnt in Szene zu setzen, und dabei dessen erstaunliche Fähigkeiten zu demonstrieren.

Wind und Wetter machen dem agilen Laufroboter genauso wenig aus, wie unwegsames Gelände. Mit der entsprechenden Ausstattung ist er sogar in der Lage, Dinge zu greifen. Gesteuert wird Spot entweder per Fernbedienungen oder mittels einer Programmierung.

Das macht Spot zu einem idealen Kundschafter an Orten, die für Menschen unzugänglich oder zu gefährlich sind.

Kein Wunder also, dass auch andere Einheiten und Behörden auf den Robohund gekommen sind. Sein Einsatz in New York zog allerdings einen kritischen Aufschrei der Bevölkerung nach sich. Bilder und Videos von Spot, der mit Lampen und Kameras ausgerüstet im Dienst der Polizei unterwegs war, hatten die Befürchtungen geweckt, dass zukünftig auch bewaffnete Roboter zum Einsatz kämen.

Selbst der Stadtrat erkannte in Spot ein Zeichen der „Militarisierung der Polizei“, während viele sich an eine Folge der britischen Science-Fiction-Serie „Black Mirror“ erinnert fühlten, in welcher es um aggressive Roboterhunde ging.

Und tatsächlich haben andere Hersteller wie etwas Ghost Robotics bereits bewaffnete Nachbauten im Programm.

Letzten Endes hatte das NYPD seinen Robohund zurückgegeben und den Leasing-Vertrag vorzeitig gekündigt.

Quellen: stern.de , heise.de , im.nrw