Mittlerweile pfeifen die Studien-Spatzen ja von allen Universitäts-Dächern, dass die Menschen immer weniger Lust auf Sex haben. Eine logische Folge der unbeschränkten Zugänglichkeit zu erotischen Inhalten im Netz. So ein Porno ist halt sehr viel unkomplizierter, versteht einen besser und hat immer auf das gleiche Lust, wie wir. Und in Zeiten, in denen eine Karriere als der attraktivere Lebenszweck erscheint, stehen Kinder auch nicht mehr sonderlich hoch im Kurs. Da stellt sich doch die Frage, was man den stattdessen mit all den Milliarden arbeitslosen Spermien anfangen soll.

Ein brillanter Vorschlag kommt aus der Krebsforschung. Denn Wissenschaftler des Instituts für Integrative Nanowissenschaften haben eine vielversprechende Methode für den Transport von Krebsmedikamenten direkt zu Tumoren entwickelt. Das Konzept sieht vor, Spermazellen mit dem Wirkstoff zu beladen und in einer Art mechanischem Geschirr schwimmen zu lassen, welches sie fixiert. Da dieses Geschirr mit Eisen beschichtet ist, lassen sich die Spermien über ein externes Magnetfeld zum Tumorgewebe lenken, wo der Wirkstoff direkt am Krisenherd freigesetzt werden kann. Den Antrieb leisten die Spermien von selbst.

Spermien als Wunderwaffe

Die Vorteile dieser Art des Medikamenten-Transportes: Während Bakterien zum Beispiel starke Immunreaktionen auslösen können, bilden Spermien keine Kolonien, die weitere Probleme nach sich ziehen. Des Weiteren geben Spermien den verwendeten Wirkstoff gezielt frei und schützen diesen zudem vor Enzymen, die andernfalls zum Abbau führen könnten.

Testreihen im Labor, bei denen man sich der Spermien von Bullen bediente, verliefen bisher recht vielversprechend. Zwar wurden die Spermien um 43 Prozent langsamer, waren damit aber immer noch in der Lage, bis in die Krebszellen vorzudringen und diese mit Hilfe des Wirkstoffes effektiv abzutöten. Bevor sich die zugeführte Wirkstoff-Dosis in der Praxis jedoch ausreichend kontrollieren lässt, ist noch eine sorgfältige Feinabstimmung erforderlich.

Quelle: heise.de