Selbst Menschen, die ihre persönlichen Befindlichkeiten nicht über das Wohl unserer Umwelt stellen, sind mitunter skeptisch gegenüber der aufkommenden E-Mobilität. Und wie könnte man es einem verübeln, wenn in Ermangelung der notwendigen Lade-Infrastruktur zu befürchten ist, dass dem Elektro-Flitzer auf dem Weg zur Arbeit der Saft ausgeht. Freilich ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Netz an Ladestationen engmaschig genug ist, um dem Verkehrsaufkommen gewachsen zu sein. Aber wenn wir gerade schon dabei sind, den Straßenverkehr zu revolutionieren, dann könnte man es eigentlich auch gleich richtig machen. Denn Ladestationen sind jetzt schon sooooo 2019.

Wie es um Längen eleganter geht, zeigt ein Pilotprojekt auf der schwedischen Insel Gotland. Dort nämlich soll eine Straße gebaut werden, die E-Autos auflädt, indem man einfach drüber fährt. Auf einem 1,6 Kilometer langen Teilstück der Strecke, die vom Flughafen zum Hauptort der Insel Visby führt, plant das israelische Unternehmen „Electreon“ etwa zehn Zentimeter unter dem Asphalt Kupferspulen einzubauen, und diese mit dem Stromnetz zu verbinden. Et voilà: Ein System für induktives Laden, wie man es bereits aus dem Smartphone-Bereich kennt.

Um eine derartige Infrastruktur nutzen zu können, müssen die Elektro-Fahrzeuge natürlich ebenfalls mit einer Spule ausgestattet sein, die sich problemlos in einem Pkw verbauen ließe. Laut dem Hersteller sollen aber vor allem Lkw und Busse von dem System profitieren, da diese dann mit wesentlich kleineren Akkus auskommen können.

Und das ist nicht das einzige schwedische Projekt in Sachen elektrischer Highway, hat man sich im hohen Norden doch nicht weniger vorgenommen, als 2.000 Kilometer Straße fit für die Zukunft zu machen. In der Nähe von Stockholm wird bereits seit 2016 eine Oberleitung für Elektro-Lkw erprobt. Die Technik ist ähnlich der einer Straßenbahn, im Gegensatz zum Spulen-Konzept jedoch nicht mit Pkw kompatibel. Ein cleverer Ansatz ist aber auch diese Idee allemal.

Quelle: golem.de