Die Elemente dieser Welt sind nicht unsere Freunde, egal, wie oft wir uns gerne einreden wollen, die Natur sei ein reines Idyll. Auch Viren, fleischfressende Bakterien, Infektionen oder Parasiten, die ihre Wirte lebendig aussaugen, sind Natur. Ebenso wie die Gewalten des Feuers oder Wassers. Wohl dem also, der in Seenot einen rettenden Engel hat. Einen Engel wie „Shannon“ zum Beispiel.

Wer dahinter eine weibliche Person vermutet, liegt falsch: Denn Shannon ist keine Frau, wohl aber eine Dame. Es ist das neueste Rettungsschiff der britischen Seenotrettungsgesellschaft RNLI (Royal National Lifeboat Institution). Statt sich auf fremd entwickelte Schnellboote zu verlassen, hat diese Körperschaft diesen Meilenstein unsinkbarer Technologien lieber selbst entworfen.

Kentersicher, strandtauglich

Die Fakten der Shannon sprechen für sich: Statt klassischer Propeller-Antriebe kommen stattdessen Wasser-Jets zum Einsatz, die das Boot bei jedem Wetter extrem manövrierfähig halten und bis zu satte 1,5 Tonnen Wasser pro Sekunde ausstoßen. Die Kabinensitze für das Rettungspersonal machen jeden Seegang mit und federn auch härteste Wellenberge ab, die Knochen brechen können.

Kentert das Schiff wider Erwarten doch mal, dreht es sich einfach wieder Richtung Kiel und steht aufrecht, kann nötigenfalls aber auch eine Zeit auf dem Kopf funktionieren. Ja, selbst wenn es daran geht, jemanden an einem Strand zu retten, ist die Shannon als Schnellboot nicht hilflos – das Schnellboot kann problemlos auf festem Boden anlanden und danach ebenso unkompliziert wieder ins Wasser verbracht werden. Doch seht selbst.