„Die Hand Gottes“: Seltene Aufnahmen einer M61 Vulcan im Einsatz – Allgemein bekannt: Mini steht für klein. Kann allerdings auch augenzwinkernd gemeint sein. So etwa im Fall der Minigun – irre Feuerkraft mit rotierenden Läufen, die Ziele förmlich zerschneidet, mit so einem Namen zu bedenken, das kann nur ironisch gemeint sein. Anders sieht das bei der „Hand of God“ aus – der M61 Vulcan Cannon mit 20-mm-Munition. Die trägt ihren Namen nicht zu Unrecht.

„Hand of God“, „Hand Gottes“– ein ebenso blasphemischer wie zutreffender Name. Dieses Monstrum von einer Rotationskanone, montiert auf einem britischen Truppentransporter/APC des Typs FV432, bringt nichts als Zorn und Vergeltung zu denen, die in ihr Visier geraten. Bei einem Waffen-Event namens „Big Sandy Shoot“ in den USA wurde dieses Biest einer begeisterten Öffentlichkeit präsentiert.

Das hat bestimmte Gründe. Denn diese Kanone ist normalerweise so gar nicht zu sehen. Sie arbeitet in Kampfjets der Typen F-18 und F-16 unter deren Hülle. Die Büchsenmacher von „Battlefield Vegas“ sicherten sich eine außer Dienst gestellte F-16 mit demilitarisierten Waffen – und machten die Hand Gottes – Pardon: kurzerhand – wieder flott. Zudem verlangsamten sie die Feuerrate, damit man überhaupt etwas von der schwarzen Magie sieht.

Die M61 Vulcan verfeuert ihre wuchtigen Geschosse normalerweise elektrisch bei 6000 Umdrehungen – ein Blinzeln erreicht, damit man eine Salve verpasst.

Das konnten die Experten auf 3500 Umdrehungen reduzieren. Der Umbau gestaltete sich äußerst kompliziert – an Bord eines Kampfjets feuert diese Waffe ihre 20-Millimeter-Munition normalerweise aus einer 511-Schuss-Trommel. Die handtellergroßen, leeren Hülsen wandern dabei wieder in den Behälter zurück.

Andernfalls könnten die schweren Geschosshülsen ins Triebwerk des Jägers geraten oder unbeteiligte Fußgänger töten, wenn sie zu Dutzenden vom Himmel fallen. Auch wird die Waffe bei längeren Salven sehr schnell heiß, weil die Munition enormen Druck erzeugt und glühend heiß wird. Sämtliche Faktoren zusammengenommen mit dem komplexen Lademechanismus erzeugen eine schwierig zu handhabende Waffe.

Zum Glück für an diesem Video Interessierte ist mit Robert Bigando als Schütze ein Mann im Team, der genau weiß, wie man Gottes Hand führt. Er selbst bezeichnet sie als „eine der fiesesten Waffen, die es überhaupt da draußen gibt.“ Da der Mann eine von gerade Mal zwei zivilen M61 handhabt, möchten wir ihm das gerne glauben.