Es sind einmalige Aufnahmen, die den Triumph der Ingenieurskunst einmal mehr unter Beweis stellen: Ein Bagger, der ferngesteuert arbeiten kann, dreht in luftiger Höhe seine Runden um den abzureißenden Turm eines Kernkraftwerks. Er nagt am Material, um den Kühlturm so Ring für Ring kleiner zu machen – erst dann kann der nämlich eingerissen werden. Wer sich für Bau- und Abrissarbeiten interessiert, sollte diesen Clip nicht verpassen.

Die beeindruckenden Bilder stammen von den Arbeiten am AKW Mülheim-Kärlich. Wegen seiner großen Höhe und der sensiblen Umgebung kam für diesen Kühlturm keine der üblichen Abrisstechniken infrage. Also musste der Fernsteuerbagger ran, der durch Gegengewichte und Bügel daran gehindert wird, vom Turmrand zu fallen und so quasi stets auf dem „Flaschenhals“ fährt.

Das Video zeigt, wie seine hydraulische Schere große Stücke aus den Turmsegmenten bricht, bevor die Fahrt weitergeht.

So wurde der Kühlturm von 162 Metern auf immer noch beachtliche 80 Meter gekürzt. Die Abrissexperten schnitten danach Schlitze in die tragenden Wandsegmente des Turms, bevor schlussendlich ganz ohne Sprengung einige der Stützen am Boden von Fernlenk-Baggern weggerissen wurden.

Vier Monate später, am 09. August 2019, konnte eine Schar von Schaulustigen daher dem komplikationsfreien Einsturz des Turmes beiwohnen. Gerade mal zwei Jahre war das AKW Mülheim-Kärlich laut Wikipedia im Betrieb, zwischen 1986 und 88 – wegen eines Verfahrensfehlers bei der Baugenehmigung wurde es dann wieder abgeschaltet. Seit 2004 wird es stückweise zerlegt.