Wer Mixed Martial Arts grundsätzlich für hirnbefreites, stupides Gekloppe hält, der täuscht sich ganz gewaltig. Klar geht es im Kern darum, seinen Gegner solange zu traktieren, bis dieser besiegt ist. Im Idealfall sogar, bis er K.O. zu Boden plumpst. Aber der Weg dahin führt über jahrelanges, hartes Training und geschicktes Taktieren im Kampf. Wer einfach nur so drauflosprügelt, hat generell nicht die geringste Chance. Nun ja, außer natürlich, der Gegner verfolgt genau die gleiche Strategie.

So geschehen bei dem legendären Kampf zwischen Don Frye und Yoshihiro Takayama, der den Fans nicht etwa wegen einer überbordenden Dramatik oder wegen seines nahezu unerträglichen Spannungsbogens im Gedächtnis geblieben ist. Nein, was diesen Fight so einzigartig machte, war dessen äußerst beeindruckende und konsequente Stumpfheit.

Warum sich auch erst mühselig einen der vielen verschiedenen Kampfstile aneignen, wenn es genauso gut damit getan ist, den Gegner im Nacken zu packen und solange auf dessen Gesicht einzuschlagen, bis er zu Boden geht? Das klingt in der Theorie natürlich wesentlich einfacher, als es letzten Endes ist, da man im Ring schließlich mit jemandem zu tun hat, der sich normalerweise zu verteidigen weiß.

Doch wie gesagt, Don Frye und Yoshihiro Takayama sind offenbar Seelenverwandte mit dem gleichen Motto: „Immer mitten in die Fresse rein!“ Aber vielleicht haben sie einfach nur denselben Trainer. Man weiß es nicht.